Identität in Stadt und Region
Diverse Identitäten

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Diverse Identitäten - Für wen planen wir eigentlich?

Hanna Häberle I Kira Kalhöfer I Elena Rinderspacher I Jana Schmölz I Lea Seeling

Betreuerin: Dr. Henriette Bertram 

Betreuerin: Dr. Wiebke Reinert

 

Baustelle Gemeinschaft

In Stadtentwicklungskonzepten ist oft davon die Rede, dass sich Bürger:innen mit ihrem Quartier oder einer bestimmten Maßnahme identifizieren sollen. Aber wer ist diese Bürgerschaft und wie identifiziert sie sich auf unterschiedliche Art und Weise? Häufig wird innerhalb kommunaler Entscheidungsprozesse nur die Mehrheitsgesellschaft betrachtet, viele marginalisierte Gruppen werden nicht mitgedacht. Am Beispiel Bad Hersfeld haben wir uns mit verschiedenen Differenzkategorien beschäftigt, die sich aufgrund von Gesprächen herauskristallisiert haben. Wie identifizieren sich die von uns betrachteten Personen also mit ihrer Stadt oder Region? Hierzu haben wir zum einen Leitfadeninterviews mit Expert:innen geführt und uns zum anderen anhand von Narrativen Landkarten den Alltag verschiedener Personen näher betrachtet. Damit die Bedürfnisse jener Personen, die sich nicht der Mehrheitsgesellschaft angehörig fühlen, nicht untergehen, ist unser Ziel deshalb die Erstellung eines Diversity Guides, der sich an kommunale Entscheidungsträger richtet.

 

Vorgehen

Wie identifizieren sich die von uns betrachteten Personen also mit ihrer Stadt oder Region? Hierzu haben wir Leitfadeninterviews mit Expert:innen geführt und uns anhand von Narrativen Landkarten den Alltag verschiedener Personen näher betrachtet.

Für die Leitfrageninterviews wurde ein jeweils leicht angepasster Fragenkatalog erstellt und während des Interviews abgearbeitet. Es wurden Fragen zur Person selbst, Identifikation mit Bad Hersfeld, Probleme mit Identifikation in der Stadt und Zukunftswünschen gestellt. Über die Narrativen Landkarten soll durch kartographische, zeichnerische und erzählende Weise die persönlichen Lebensräume und deren Relevanz, dargestellt werden. Dazu wird zunächst ein Einleitungstext vorgelesen, der auf die Punkte (Wege und Orte) die zeichnerisch festgehalten werden sollen eingeht. Insbesondere soll hier auf Häuser, Einrichtungen, Straßen, Schleichwege, Plätze, geheime Ecken usw. eingegangen werden.  Was/wer wird dort unternommen/getroffen/erlebt? Wie sieht es dort aus? Hierbei kommt es nicht auf Perfektion, Proportion und Maßstab an. Daraufhin wird gezeichnet und zunächst keine weiteren Fragen gestellt. Verebbt der Zeichenfluss, werden weitere ergänzende und tiefergreifende Fragen gestellt. Dabei geht es um typische Orte für Bad Hersfeld und die Region, Wohlfühlorte, Lieblingsorte, Orte an denen sich unwohl gefühlt wird/Orte an denen sich nicht willkommen gefühlt wird, Barrieren und Grenzen, sowie fehlende Orte. Die Auswertung stützt sich auf den Prozess der Entstehung und auf die zeitliche Abfolge der Einzeichnungen.

Interviewmethode: Narrative Landkarte

Abb. 1: Analyseschritt 1.1 der Narrativen Landkarte.

Quelle: Interview am 12.12.2021 mit Hildegart*, Rentnerin.

Abb. 2: Analyseschritt 1.2 der Narrativen Landkarte.

Quelle: Interview am 12.12.2021 mit Hildegart*, Rentnerin.

Durch diese Erhebungen haben wir herausgefunden, dass alle befragten Akteure auf die ein oder andere Art unzufrieden sind, weil sie sich nicht ausreichend gehört fühlen. Die Bedürfnisse und Anforderungen der befragten Personen reichen von der baulichen Barrierefreiheit bis hin zu mehr gewünschter Aufklärungsarbeit. 

Damit die Bedürfnisse jener Personen, die sich nicht der Mehrheitsgesellschaft angehörig fühlen, nicht untergehen, ist unser Ziel deshalb die Erstellung eines Diversity Guides, der sich an kommunale Entscheidungsträger richtet. 

Abb. 3: Analyseschritt 2 der Narrativen Landkarte.

Quelle: Interview am 12.12.2021 mit Hildegart*, Rentnerin.

 

Für wen planen wir eigentlich?

 

ÄLTERE MENSCHEN

Definition

Diskriminierung auf Grund des Alters wird als Altersdiskriminierung bezeichnet und wird oft als “Normalität” angesehen. So werden ältere Menschen im Alltag unzureichend berücksichtigt.

Diskriminierungsgrund

Diese Gruppe wird vor allem durch fehlende Barrierefreiheit und nicht vorhandene Sitzmöglichkeiten, sowie lange und unebene Wege in der alltäglichen Stadtplanung nicht mitgedacht.  Erschwert oder verwehrt wird der Zugang zu Gestaltungsspielräumen und Dienstleistungen, schränkt Teilhabe und selbstbestimmtes Handeln auch in Bezug auf Sozialkontakte und Mobilität ein und kann zur Isolierung führen.

 

Die in der Narrativen Landkarte aufgezeigten Barrieren zeigen einerseits die Probleme auf, die durch große Verkehrsachsen und kurze Ampelschaltungen entstehen. Da ältere Menschen sich oft langsamer im öffentlichen Raum bewegen, helfen beispielsweise längere Ampelphasen, um Unfälle zu vermeiden. Hier lässt sich die Wichtigkeit von Mobilität in Verbindung mit Identifikation erkennen. Andererseits weisen die dargestellten Barrieren auch auf Räume hin, die nicht direkt als Angsträume angesehen werden, jedoch eher gemieden werden, da sie kein Sicherheitsgefühl vermitteln. Gerade für Menschen höheren Alters häufen sich Barrieren und Hindernisse in ihrem alltäglichen Leben. Diese finden sich in den Bereichen verschiedenster Infrastrukturen und öffentlicher Räume, aber auch im Wohnumfeld. Gerade Mobilität spielt für die eigene Identität sowie die Identifikation mit der Stadt eine große Rolle. Viele Maßnahmen, die älteren Menschen ihren Alltag erleichtern würden, helfen aber auch anderen, sich besser im Raum zurechtzufinden und frei zu bewegen. Vor allem die Bedürfnisse in Bezug auf bauliche Maßnahmen überschneiden sich mit denen von Menschen mit körperlicher Behinderung bzw. allgemeiner Mobilitätseinschränkungen und kommen somit einer Vielzahl an Personen zugute.

 

MENSCHEN MIT BEHINDERUNG

Definition

Es handelt sich gemäß §2 Abs. 1 Sozialgesetzbuch IX um „Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft […] hindern können“.

Diskriminierungsgrund

Die Kategorisierung in behindert (disabled) findet in Abgrenzung zu nicht behindert (able-bodied) statt. Die soziale Konstruktion jener Grenzziehung impliziert eine Un-Fähigkeit (dis-ability) in Bezug auf Personen mit Behinderung, während die Fähigkeit (abilty) als Norm angesehen wird. Die somit entstehende negative Konnotation Behinderung-Unfähigkeit führt zu Diskriminierungen und zur Reduktion von Personen auf ihre jeweilige Behinderung. Aus stadtplanerischer Sicht werden Menschen mit Behinderung durch eine oftmals verwehrte Teilhabe am öffentlichen Raum, beispielsweise durch bauliche Barrieren, benachteiligt.

 

Auffällig bei der Aufzählung potenzieller Maßnahmen durch den Behindertenbeauftragten war, dass ausschließlich solche genannt werden, die für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen von Vorteil sind. Maßnahmen, die die kognitive Erfassung des öffentlichen Raumes erleichtern und somit unter anderem Menschen mit geistiger Behinderung zugutekommen, werden bisher nicht mit in Betracht gezogen. Auffällig ist somit eine in der Praxis vorherrschende starke Assoziation von Barrierefreiheit mit Rampen, taktilen Leitsystemen und Aufzügen. Dies wird durch die Implementierung von Maßgaben zur Barrierefreiheit in DIN-Normen verstärkt: Nicht erfasst werden dort beispielsweise Menschen mit geistiger Behinderung oder mit Mehrfachbehinderungen. Die Verknüpfung des Begriffes Barrierefreiheit mit körperlichen Einschränkungen vernachlässigt somit räumliche Benachteiligungen von Menschen mit geistiger Behinderung. In einem nächsten Schritt berichteten Beirat und Beauftragter von organisatorischen beziehungsweise institutionellen Problematiken innerhalb ihres Arbeitsalltages. So wurde beispielsweise bemängelt, dass dem Beirat kein eigener Haushalt zur Verfügung steht und generell zu wenig Verständnis für die Relevanz barrierefreier Maßnahmen bei zuständigen Entscheidungsträger:innen herrscht. Eine weitere vom Behindertenbeirat angesprochene Problematik ist die Unsicherheit nicht nur in Bezug auf die Verwendung korrekter Begrifflichkeiten, sondern auch die Schwierigkeit der Balance zwischen „gleichbehandeln und nicht besonders hervorheben, aber auch nicht hinten runterfallen lassen“.

 

FRAUEN

Definition

Die binäre Geschlechterordnung (männlich = stark und weiblich = schwach) diskriminiert als Frauen gelesene Personen strukturell. Historisch haben sie, auf Grund ihres sozialen Geschlechts und bestehender Stereotype mit Diskriminierung auf mehreren Ebenen zu kämpfen.

Diskriminierungsgrund

Oft fühlen Frauen sich, vor allem bei Dunkelheit, an öffentlichen Orten unwohl oder sogar unsicher. Dies liegt unter anderem an schlecht oder wenig beleuchteten Straßen, Wegen und Parks, sowie einsamen Gegenden, aber auch erfahrenen sexuellen Belästigungen. Stereotype und Diskriminierung stellen tiefer liegende Gründe da, auf Grund derer die Unisicherheit fußt.

 

Eine wesentliche Schnittstelle von der Gleichstellung zur Stadtgesellschaft sowie dem Stadtbild und somit zur Stadtplanung stellen Angsträume in öffentlichen Räumen da. So wurden auch im Laufe des Leitfaden-Interviews Orte in Bad Hersfeld aufgeführt, welche gerade in den Abendstunden gemieden werden, weil diese mit einem vorherrschenden Angstgefühl verbunden werden. Tragender Aspekt ist hier eine schlechte Beleuchtung. Diese fehlt auch oft bei Unterführungen oder Brücken. Dieses fehlende Sicherheitsgefühl stellt sich nicht nur, aber vor allem ab Einbruch der Dunkelheit ein. Dieses wird erheblich von räumlichen Konstitutionen beeinflusst. Angsträume werden als große frauenspezifische Problematik in der Stadtplanung wahrgenommen (Interview Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Rotenburg). Stadt und Geschlecht stehen in wechselseitiger und enger Beziehung zueinander. Dass Frau und Mann biologisch unterschiedlich sind, bedeutet nicht, dass die eine Seite der anderen unter- bzw. überlegen ist und sollte so auch nicht in der Gesellschaft gelebt und von städtischen Strukturen unterstützt werden. Dies sind alles starke Hinweise darauf, dass in Projekten geschlechtergerechte Themen berücksichtigt werden müssen. Ein Schwerpunkt sollte hier vor allem auf der Sensibilisierung und Finanzierung von frauenrelevanten Themen, gerade flächendeckend und in kleineren Orten sein. Gerade dort fehlen Frauen in der Kommunalpolitik (Interview Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Rotenburg). Stärker als in zukünftigen Planungen sind Frauen in der vergangenen Planung, vor allem der des öffentlichen Raums, vergessen worden. Werden Orte durch Männer dominiert, wie beispielsweise oftmals Sportplätze, oder sind Orte von Männern gestaltet, passiert es schnell, dass den Frauen (oder auch anderen Gruppen, die nicht mit dem gesellschaftlich als Norm geltenden Bild des Mannes übereinstimmen) das Gefühl vermittelt wird, ausgeschlossen zu sein und dort nicht hinzugehören. Die Aneignung und Nutzung öffentlicher und städtischer Räume findet in der Regel geschlechtsspezifisch und geschlechterhierarchisch statt. Vor allem die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht entscheidet über Zugang zu und Verfügbarkeit über städtische Freiräume. Generell fehlen Frauen (und auch andere in der Regel beteiligungsschwache Gruppen) an den entscheidenden Stellen, an denen Entscheidungen getroffen, werden. Es fehlt eine diverse Besetzung. Diskriminierung kann nur vermieden werden, wenn Menschen mit unterschiedlichsten Blickwinkeln an Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Die Beachtung aller Geschlechterbedürfnisse in der Planung führt zu mehr Qualität in der und von Planung. Dies kann wiederum zu einer höheren Identifikation durch individuellere Nutzung des Raums führen. Eine fehlende Selbstverständlichkeit der Beteiligung von Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten wird deutlich. Forderungen, die diese an die Anpassung an die Belange von Frauen stellen, kommen auch anderen Mitbürger:innen zugute.

 

MENSCHEN MIT MULTIKULTURELLEM HINTERGRUND

Definition

Nach der Definition der Bundeszentrale für politische Bildung wird in Deutschland einerseits unterschieden in Migrant:innen der ersten Generation, wenn die Person im Ausland geboren wurde und eine eigene Migrationserfahrung hat. Andererseits wird unterschieden in Menschen mit Migrationshintergrund. Davon wird gesprochen, wenn die Person selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsbürgerschaft nicht durch die Geburt besitzt.

Diskriminierungsgrund

Ein Beispiel für die Diskiminierung von Menschen mit internationaler Geschichte ist, dass nur hier lebende EU-Bürger:innen das Recht haben, an Kommunalwahlen teilzunehmen. Menschen mit internationaler Geschichte haben nicht die gleichen Partizipationsmöglichkeiten an maßgeblichen gesellschaftlichen Bereichen. Dazu zählen Bildung, Arbeitsmarkt, Wohnen, Kulturelle Veranstaltungen, Gesundheit und politische Partizipation . Eine weitere Barriere stellt die mangelnde Kenntnis der deutschen Sprache dar. Die Unkenntnis einer Sprache, stellt häufig die größte Barriere dar, deshalb sind viele Menschen mit internationaler Geschichte besonders in ihren ersten Jahren in Deutschland vom gemeinschaftlichen Stadtleben vermehrt ausgegrenzt.

 

Ein großes Problem ist die Unkenntnis über andere Kulturen, daraus wird häufig falsch geschlussfolgert, dass die Kultur dort primitiv oder unkultiviert ist und es wird automatisch die deutsche Kultur im Umkehrschluss als Maßstab gesetzt. Wenn andere Kulturen anerkannt werden, dann häufig nur, um die Unterschiede und die Unvereinbarkeit mit der Deutschen Kultur hervorzuheben. Ebenfalls ein auf Unkenntnis basierendes Problem sind rassistische Einstellungen, Vorurteile und Stereotype, diese werden weiter unterstützt durch wenige oder fehlende Kontakte zu Menschen mit multikulturellem Hintergrund. Beide Interviewten berichteten, dass Menschen Interesse an einem Gespräch mit ihnen zeigten, sobald die Personen merkten, dass sie fließend Deutsch sprechen. Erst dann wird die Kommunikation gesucht und ihnen das Gefühl vermittelt, dass sie etwas Interessantes zu sagen haben. Beide beschreiben, dass ein häufiges Problem wenige Kontakte zu Menschen mit multikulturellem Hintergrund seien. Diskriminierungserfahrungen, Vorurteile oder Stereotype werden häufig dann wahrgenommen, wenn eine Person im Umfeld betroffen ist, aber es ist wichtig noch einen Schritt weiter zu gehen und nicht nur die eigene Diskriminierungserfahrung wahrzunehmen oder auch ernst zu nehmen. Strukturelle Diskriminierung jeglicher Art sollte angesprochen und Rassismus auch als Rassismus betitelt werden. Als Fazit aus dem Interview mit Ayana* und Sascha* können drei zentrale Erkenntnisse abgeleitet werden. Eine zentrale Erkenntnis ist, dass der fehlende Kontakt und eine Ablehnungshaltung zu Menschen mit multikulturellem Hintergrund Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus verstärkt. Menschen mit multikulturellem Hintergrund erfahren Diskriminierung und Anfeindungen und benötigen deshalb Safe Spaces im öffentliche Raum der Stadt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass besonders Rassismus die Identität von Menschen mit multikulturellem Hintergrund sehr stark beeinflussen kann. Rassismus hat nicht nur Einfluss auf Bereiche wie Wohnen, Arbeitsmarkt und Bildung (siehe Diskriminierungsgrund), sondern das Verhalten der Menschen beeinflusst auch die eigenen Wahrnehmungen von Menschen mit multikulturellem Hintergrund und deren Identität. Der letzte Punkt ist, dass das Absprechen von Rassismuserfahrungen beinahe genauso viel negativen Einfluss auf das Leben der Menschen hat, wie Rassismus an sich. Es ist wichtig, Rassismus klar zu betiteln und dieses Problem (nicht nur) in der Stadtplanung zu benennen und anzugehen.

 

SINTI:ZZE UND ROM:NJA

Definition

Mit acht bis zwölf Millionen Menschen gehören Sinti und Roma zur größten ethnischen Minderheit Europas und sind auch in Deutschland eine anerkannte nationale Minderheit. Die „Roma“ leben seit dem Mittelalter in Ost- und Südeuropa. Meist fungiert die Gruppenbezeichnung „Roma“ allerdings als Sammelbegriff für die gesamte Minderheit. Unter „Sinti“ hingegen ist eine Teilgruppe zu verstehen, die seit Beginn des 15. Jahrhunderts in Deutschland und den Nachbarstaaten beheimatet ist. Die gemeinsame Sprache nennt sich „Romanes“ und zeichnet sich durch die unterschiedlichen Dialekte aus.

Diskriminierungsgrund

Diskriminierung und Rassismus in Form von teils politisch angeordneten Verfolgung und Ausgrenzung (z.B. „Vogelfrei“, Leibeigene oder Sklaven Ende des 15. Jahrhunderts; nationalsozialistischer Völkermord) ziehen sich durch die Historie der Sinti:zze und Rom:nja. Die Feindseligkeit lässt sich vor allem aus dem Lebensentwurf der Sinti und Roma ableiten, die ein Gegenmodell der Werte- und Ordnungsvorstellung der Mehrheitsgesellschaft darstellte und symbolisch für „das Fremde“ stand. Die Fremdbezeichnung „Zigeuner“ verkörperte und transportierte Vorurteile und Klischees, die zu Ausgrenzungsmechanismen führten. Deshalb wird dieser Begriff heute von vielen Sinti:zzen und Rom:nian als diskriminierend und beleidigend wahrgenommen. „Sinti“ und „Roma“ sind Eigenbezeichnungen und lösten diese Vorurteils- und Klischeebehaftete Fremdbezeichnung der Mehrheitsgesellschaft in öffentlichen Diskursen ab. Doch auch heutzutage sind Sinti und Roma konfrontiert mit Anfeindungen, Diskriminierung und Rassismus. Alles in Allem bilden die Sinti und Roma bilden in Deutschland eine ethnische Minderheit in Deutschland, die eine hoch politische Relevanz haben und von Planer:innen bewusst in den Blickwinkel genommen werden sollten, um aktuelle Ausgrenzungsmechanismen entgegenzuwirken und die Emanzipation der Sinti:zze und Rom:nia zu fördern. Vor allem die Aussiedlung ihrer Siedlungen stellt ein großes Problem dar und hemmt die Möglichkeit an der Teilhabe der Gemeinschaft.

 

 

Vor allem ergab sich aus dem Interview, dass immer noch ein starker Antiziganismus zu spüren sei. Ein wichtiger Punkt im Antiziganismus besteht in der Bezeichnung der Gruppe. Die im Kollektiv tief verwurzelte Fremdbezeichnung mit dem „Z-Wort” verkörperte und transportierte Vorurteile, die zu Ausgrenzungsmechanismen führten. Deshalb wird dieser Begriff heute von vielen Sinti:zzen und Rom:nian als diskriminierend und beleidigend wahrgenommen. „Sinti“ und „Roma“ sind Eigenbezeichnungen und lösten diese Vorurteilsbehaftete Fremdbezeichnung der Mehrheitsgesellschaft in öffentlichen Diskursen ab. Dennnoch deutet die Studie über eine Bevölkerungseinstellung gegenüber Sinti:zze und Rom:nja aus dem Jahr 2014 an, dass der Wegfall der Fremdbezeichnung nicht unbedingt zu einer positiveren Wahrnehmung oder größeren Akzeptanz führt. Die Annahme der “Integrationsunwilligkeit” wird beispielsweise genannt, die auch in anderen Gesprächen der Interviewpartner:innen in diesem Projekt herauszuhören war. In diesem Zusammenhang ist die Beobachtung des Pfarrers von einem starken Zusammenhalt und bestimmten „Kodexen” der Sinti-Gemeinschaft richtungsweisend (Interview Pfarrer). In der Literatur ist dazu das Thema der Tabus und des Schams zu finden. Im Gegensatz zum Verbot werden Tabus nicht hinterfragt, weil bestimmte Handlungen dadurch tabuisiert werden und sich von selbst verbieten. „Im Falle einer Tabuverletzung schämt man sich vor der Familie und der eigenen Gruppe, nicht jedoch vor anderen Gruppen oder Nicht-Roma. Die dadurch hervorgerufene Schande für die Familie kann deren Ansehen in der Gruppe verringern oder gefährden” (Heinschink, Teichmann, o.J., S.1). Gerade bei diskriminierten Sinti und Roma sind Tabus ein zentraler Bestandteil der Sozialstruktur: Das Narrativ vom „sich nicht integrieren wollen” ist somit schnell gesagt, ohne die Hintergründe zu kennen. Häufig liegt es demnach nicht daran, dass Sinti:zze und Rom:nja sich nicht aktiv nicht integrieren wollen, sondern dass der Fokus auf der eigenen Gemeinschaft liegt. Die eigenen gemeinsamen Werte führen zu einem Zusammenrücken dieser Gruppe und einer Mauer gegenüber der Außenwelt, zum Teil auch als Schutzmechanismus. Das „Nicht-Integrieren” ist demnach keine aktive Entscheidung, sondern eine Folge der eigenen Identifikation mit der Familie und Gemeinschaft sowie deren Sozialstruktur. Die Familie der Ehrenamtlichen scheint auch eine hohe Priorität in ihrem Leben einzunehmen, da sie alle aufgezeichneten Tätigkeiten und Unternehmungen hauptsächlich mit ihren Familienmitgliedern unternimmt. Genauso vielfältig und unterschiedlich stark die Sozialstrukturen der Sinti- und Roma-Gemeinschaften sind, sind es auch ihre Kulturen, die zudem eng mit den Kulturen ihrer jeweiligen Heimatländer verknüpft sind. Alles in Allem bilden die Sinti und Roma eine ethnische Minderheit in Deutschland, die eine hoch politische Relevanz haben und von Planer:innen bewusst in den Blick genommen werden sollten, um bauliche und soziale Ausgrenzungsmechanismen entgegenzusteuern. Treffen unterschiedliche Kulturen aufeinander, sollte sich für einen inklusiven Planungsansatz mit den jeweiligen Kultur- und Sozialstrukturen dieser Kulturen im Planungsgebiet und Umgebung auseinandergesetzt werden. Zur Sensibilisierung ist es zudem hilfreich, sich mit historischen Kontexten von ethnischen Minderheiten auseinanderzusetzen, weil sich als Folge geschlossene Sozialstrukturen etabliert haben könnten und heutzutage eine Inklusion erschwert. Mit diesen Ansätzen können vorurteilsfreie Entscheidungen getroffen werden, Inklusion gefördert und bedürfnisorientierte Planungen entwickelt werden.

 

QUEERE PERSONEN

Definition

Laut Duden bezeichnen sich Personen als queer, die sich „einer anderen als der heterosexuellen Geschlechtsidentität zugehörig“   fühlen. Es ist somit ein Sammelbegriff für Personen, deren „geschlechtliche Identität und/oder sexuelle Orientierung (wen sie begehren oder wie sie lieben) nicht der heteronormativen Norm entspricht“.

 

Diskriminierungsgrund

Queere Personen sind oftmals mit Vorurteilen gegenüber sich und/oder ihrer Lebensweise konfrontiert. Im Rahmen einer Studie des Deutschen Jugendinstitut gaben mehr als 80 Prozent der befragten Jugendlichen an, aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Zugehörigkeit diskriminiert worden zu sein. Form der Diskriminierung ist dabei neben Beschimpfungen und Ausgrenzung auch körperliche Gewalt.  Auf Grund dessen fehlen Queeren Personen im städtischen Kontext, gut einsehbare und beleutete Wege, sowie wechselnde Nutzungen die mehr “save space” ermöglichen. Ebenso sind in den deutschen Gesetzestexten noch heute Aspekte verankert, die Teile der Queeren-Community diskriminieren.

 

Es wurde die Methode der Narrativen Landkarte mit Lennart* von der queeren Jugendgruppe „Queer Bad Hersfeld“ durchgeführt. Durch die Berichte seiner eigenen Erfahrungen und der seiner Freunde ist deutlich geworden, dass queere Personen durch Gewalterfahrungen oder Erzählungen darüber vermutlich ein erhöhtes Bedürfnis nach „safe spaces“ haben. Dabei wählen sie sich die Orte ihres Alltags tendenziell sorgfältig aus, sodass alle besuchten Orte nicht unbedingt Wohlfühlorte, aber zu mindestens Orte der Sicherheit sind. In der Literatur ist bereits die Sprache von „Queer Spaces”, also „Treffpunkte, Orte, Gegenden, Viertel oder auch ganze Städte, die Verschiedenheit, Zweifel und Möglichkeiten der Befreiung zulassen” (Koning 2021: 30). Sie werden als „sichtbare Territorien im dominierend heterosexuell markierten Raum ausgestaltet” (ebd.). Im Vordergrund von Lennarts* Zeichnung steht sein Zuhause, seine Familie und Freunde, seine Pferde, das Falkenheim und der Wald. Auf die Frage hin, ob es Orte gibt, wo er sich nicht willkommen fühlt, antwortete er „alles außerhalb von dem, was ich gezeichnet habe“. In der Vergangenheit wurde er häufig schief angeguckt, als er mit seinem Partner durch die Stadt gelaufen ist - „Egal wo du bist, hat man halt diese Diskriminierung“. Zudem hat er Angst davor, „[…]dass es [ein tätlicher Angriff] passieren könnte […], da muss man in der Innenstadt nur auf den Falschen treffen“. Koning gibt an, dass „die Sichtbarkeit von queeren Menschen im städtischen Umfeld […] in den letzten 20 Jahren deutlich zugenommen (hat)”, das aber nicht bedeutet, „[...] dass alle queeren Interessen auch automatisch in städtischen Planungen berücksichtigt werden” (Koning 2021:29). Dabei würde „ein queerer Planungsansatz, der queere Belange miteinbezieht und der als queer-inklusiv gelten kann, [...] dazu beitragen, dass sich ein größerer Teil der Bevölkerung sicherer in der Öffentlichkeit aufhalten kann. Die Gestaltung von öffentlichen Plätzen und Parks sowie die Planung von Sanitäranlagen spielen in diesem Kontext, unter anderem, eine große Rolle” (Koning 2021: 31). Zur besseren Identifikation mit einer Stadt/Region ist einerseits Mobilität, andererseits aber auch ein breiteres und inklusiveres Freizeitangebot wichtig. In zukünftigen Planungen sollten safe spaces geschaffen werden, die die Bedürfnisse berücksichtigen.

 

Allgemeine Erkenntnisse aus der Untersuchung

Empfehlungen

DiverCity - Die diverse Stadt

 

 

 

Gut verständliche Symbolik
Eine vermehrte Verwendung von Piktogrammen statt Schrift fördert die Barrierefreiheit bspw. für Menschen mit geistiger Behinderung, Analphabet:innen, Kinder und an Demenz erkrankte Personen. Selbiges gilt für eine Verstärkung von visuellen Signalen durch zusätzliche akustische: Die standardmäßige Installation von Signaltönen bei Fußgängerampeln hilft potenziell nicht nur Menschen mit Sehbehinderungen, sondern hat Signalwirkung für alle Bevölkerungsgruppen.

 

 

 

Bauliche Barrierefreiheit
Von baulicher Barrierefreiheit profitieren nicht nur Menschen mit körperlicher Behinderung, sondern auch ältere Menschen, Kinder, Personen mit Kinderwagen oder Rollator und viele mehr. Die Gruppe an potenziellen Profiteur:innen ist somit wesentlich größer als oftmals angenommen. Zudem zeigt sich, dass eine von vorneherein alle mitdenkende Planung oft kostengünstiger ist, als eine später notwendige Nachrüstung mit Elementen wie Rampen, Leitlinien und abgesenkten Bordsteinen.

 

 

 

Safe Spaces
In der Befürchtung vor Übergriffen werden einige Orte als sogenannte ‚Angsträume‘ wahrgenommen. Um dem entgegenzuwirken, können bspw. ausreichende und durchgängige Beleuchtung, gute Einsehbarkeit und Übersichtlichkeit, Belebung des Ortes durch tages- und nachtspezifische Nutzungen und soziale Durchmischung zur Herstellung von ‚Safe Spaces‘ beitragen.

 

 

 

Diverse Entscheidungen
Von allen befragten Personen wurde ein Wunsch nach mehr Beteiligung und Teilhabe geäußert. Dies kann beispielsweise durch die Bildung von entsprechenden Beiräten mit ausreichenden Finanzmitteln, der paritätischen Besetzung von Gremien und der inklusiven Konzeption von Bürger:innenbeteiligungen erreicht werden. Die Stimme aller Bürger:innen muss gehört und ihre Anliegen ernstgenommen werden.

Ziel: Diversity-Guide

Wieso?
Die Stadt ist als demokratische Institution verantwortlich für Teilhabe, Gleichstellung, Nichtdiskriminierung und Deckung vielfältiger Bedürfnisse der Bürger:innen. Momentan fehlen Fachpersonal und -wissen, obwohl diese Themen immer relevanter werden. Durch fehlende Ausschüsse/Beiräte werden sie oft nicht betrachtet. Die fehlenden Kenntnisse entsteht auch durch fehlende Betroffenheit/wenig Berührungspunkte. Notwendig ist dementsprechend eine verpflichtende Beteiligung der Differenzgruppen.

Ziele?
Um mehr Individualität zu gewährleisten, muss es mehr Sensibilisierung/Aufmerksamkeit für Diversität in der Gesellschaft geben, denn Betroffenheit schafft Sensibilisierung. Das Aufzeigen vielfältiger Überschneidungen von Bedürfnissen an Raum/Stadt schafft einen gemeinsamen Blickwinkel um Vielfalt als Normalität zu etablieren. Wichtig ist die Positionierung zu Diversität.

Zielgruppe?
Die Verwaltung als Dienstleister:in ist verantwortlich für die Betrachtung der Bedürfnisse der gesamten Stadtgesellschaft. Entscheidungsträger:innen sind verantwortlich die Beteiligung Betroffener zu gewährleisten. Beide benötigen umfangreiches Wissen über unterschiedliche Anforderungen an Stadt.

 

Postkarten-Aktion

 

Als unterstützende Maßnahme für den Diversity-Guide wurde eine Postkartenaktion umgesetzt. Dadurch sollen nicht nur die Mitarbeiter:innen und Kooperationspartner:innen der Stadtverwaltung erreicht werden, sondern sich ebenfalls an eine breite Bevölkerungsgruppe (hier: Bevölkerung von Bad Hersfeld). Wichtig war, durch eine ansprechende Gestaltung der Motive Interesse zu wecken, durch die Wortspiele auf die inhaltlichen Statements hinzuweisen und ein tiefergreifendes Interesse an den Themen zu wecken. Die Postkarten sind thematisch an den verschiedenen beteiligungsschwachen Gruppen orientiert. Zwei Karten wurden speziell für Bad Hersfeld entworfen, um einen klaren Raumbezug zwischen dem Thema und der Stadt herzustellen. Diese können speziell für Repräsentationszwecke der Stadtverwaltung genutzt werden. Drei Postkarten befassen sich allgemein mit dem Thema Diversität und sind zusätzlich für andere Kommunen einsetzbar. Der Grund für eine allgemeine Behandlung des Themas Diversität in Kleinstädten und deren Stadtverwaltungen war, dass, wie oben bei den Zielen der Endprodukte genannt, besonders Kleinstädte von wenig Berührungspunkten von dem Thema Diversität geprägt sind. Deswegen war das Ziel beider Produkte, dass möglichst viele Kommunen davon profitieren können.

 

Erkenntnisse zu Identität in Stadt und Region

Diese Arbeit hat es sich zum Ziel gesetzt, die Identitätsproduktion einer diversen Stadtgesellschaft und insbesondere von Diskriminierung betroffenen Personen(-gruppen) empirisch zu erforschen und Rückschlüsse für potenziell identitätsstiftende Maßnahmen durch Stadtplanung und -verwaltung zu ziehen. Rekapitulierend lässt sich festhalten, dass ein klarer Zusammenhang zwischen Diskriminierung und Identität besteht. Die ständige Konfrontation mit dem vermeintlichen „Anders-Sein“ führt zur Verinnerlichung dessen, sodass die eigene Selbstwahrnehmung, die eigene Identität und somit auch Identifikationsprozesse mit dem Wohnort durch Diskriminierung überformt werden. Denn die Identifikation mit dem Quartier oder der Stadt findet über die eigene Identität statt: Anforderungen an das Umfeld entstehen aus persönlichen Interessen, Wünschen und Erfahrungen.
Innerhalb der Stadtplanung stellen die Einflussnahme durch Segregation und Gentrifikation zwei wichtige Stellschrauben im Bezug auf diskriminierende Stadtstrukturen dar. Die Separierung von Menschen aufgrund zum Beispiel ihrer Ethnie oder Klasse durch jene Prozesse führt zu Abwärtsspiralen, an deren Ende eine verminderte Lebensqualität innerhalb des jeweiligen segregierten Viertels steht. Segregation und Gentrifikation sind nicht nur Folge räumlicher Diskriminierung, sondern wirken selbst wiederum diskriminierend. Besonders deutlich wurde dies anhand der Sinti Gemeinde in Bad Hersfeld, welche ein Musterbeispiel für den Prozess der Segregation darstellt.
Im Zuge der empirischen Forschung stellte sich eine dritte Stellschraube der Stadtplanung heraus: die Ausgestaltung des öffentlichen Raumes. Der Großteil der Interviewten identifiziert sich über den öffentlichen Raum mit der Stadt. Dazu ist essentiell, was dieser ihnen bieten kann. Werden ihre persönlichen Interessen, Wünsche und Anforderungen hier repräsentiert, so wird der öffentliche Raum als Wohlfühlort oder sogar „safe space“ wahrgenommen. Findet nun aber durch (bauliche oder kognitiv-erfassbare) Strukturen des öffentlichen Raumes Diskriminierung statt, indem beispielsweise Menschen mit Mobilitätseinschränkung der Zugang durch bauliche Barrieren verwehrt wird, wird auch die Identifikation mit dem jeweiligen Ort verhindert.
Durch gezielte Maßnahmen lässt sich zumindest teilweise die Zugänglichkeit des öffentlichen Stadtraumes für alle verbessern, sodass sich möglichst viele Personen mitgemeint und mitgedacht fühlen. Der in der empirischen Forschung identifizierte Zwiespalt der Planenden und Entscheidungsträger:innen zwischen ‚Gleichbehandlung‘ und ‚Andersbehandlung als Nachteilsausgleich‘ erfordert einen sensiblen Umgang mit den Bedürfnissen einer diversen, heterogenen Stadtgesellschaft. Die Anforderungen an den Raum einzelner Personen, die in dieser Arbeit aufgrund bestimmter Merkmale in Gruppen zusammengefasst wurden, sind in der Realität wesentlich weniger uniform als hier vereinfacht dargestellt. Dennoch lässt sich der Schluss ziehen, dass Überlegungen zur planerischen Neugestaltung eines Ortes möglichst vielfältige Anforderungen vielfältiger Personen einbeziehen sollten. Dabei ist offensichtlich, dass niemals tatsächlich alle Individuen mit ihren jeweiligen Bedürfnissen gerecht werden kann. Eine vorausschauende Planung im Sinne der ‚Planung für Alle‘ durch Konsultation und Einbeziehung der diversen, heterogenen Stadtbevölkerung stellt jedoch eine der wichtigsten zukünftigen Aufgaben der Stadtplanung zur Identifikation der Stadtbevölkerung mit dem Wohnort dar.

 

Reflexion der Untersuchung

Der erste Schritt und zugleich die erste Herausforderung bestand in der Wahl geeigneter Personengruppen für die Untersuchung. Zum einen stand die Frage im Raum, welche Personengruppen im Untersuchungsgebiet Bad Hersfeld und Region vertreten sind. Zum anderen gab es eine erste Sensibilisierung, weil mit der Einteilung in Gruppen zunächst ein Schubladendenken auftrat und Vorurteile reproduzierte, welche gerade verhindert werden sollten. Relativiert hat sich dieser Gedanke durch die Auseinandersetzung mit Stereotypen und Vorurteilen, da offensichtlich wurde, dass Kategorisierungen zur Komplexitätsreduktion dient und zum Konstrukt Stadtgesellschaft dazugehört und eine Untersuchung der Bedürfnisse einer diversen Stadtgesellschaft ermöglicht. Ein weiterer Aspekt, der viel diskutiert wurde, war das Wording, sowohl von der Verallgemeinerung der Gruppen als auch für die einzelnen Gruppen. Beispielsweise von „Migrant:innen“ über „Menschen mit internationaler Geschichte“ und „People of colour“ hin zu „Menschen mit multikulturellem Hintergrund“. Wegweisend war dann das Gespräch mit Luise Veit, u.a. diversitätsorientierte Beraterin, die fragte, wer mit dem Begriff denn gemeint sein soll. Zudem wies sie auf die Verwendung von Begriffen im Kontext hin. Des Weiteren fiel auf, dass bei angerissenen Themen weitere wichtige Aspekte aufkamen und nicht ohne weitere Erklärung stehengelassen werden konnten. Dies bereicherte die Untersuchung zum einen, zum anderen sprengten viele Themenfelder den Rahmen der Untersuchung und konnten nicht vertieft werden. Es zeigt aber auf, wie komplex und vielfältig das Thema einer diversen Stadtgesellschaft ist. Alles in allem ist die Sensibilität und das Interesse für das Thema Diversität in Stadt(-gesellschaften) gestiegen. Aufgefallen ist allerdings, dass kein Othering entstehen sollte und keine Hyper-Betroffenheit daraus gemacht wird. Eine lebenswerte Umwelt für diverse Personengruppen sollte das Ziel eines Wohnortes sein.
„Diversität und Identität“ stellt eine individuelle und emotional aufgeladene Thematik dar. Die Schwierigkeit der Balance zwischen Wissenschaft und Aktivismus als Stadtplaner:in in dieser Untersuchung ist in Diskussionen deutlich geworden. Eine grundsätzliche Herausforderung stellte der barrierearme Zugang zu unseren Ergebnissen dar. Menschen, die von einer Sehbehinderung betroffen sind, können ihre Umwelt nicht visuell wahrnehmen und benötigen dadurch andere Zugangsmöglichkeiten zu Informationen. Während der Aufbereitung der Untersuchungsergebnisse ist aufgefallen, wie aufwendig und schwierig ein barrierefreier Zugang zu Informationsmaterial in einer visuell geprägten Mehrheitsgesellschaft ist. Bei den Postkarten und auf der R:EIN Webseite der Universität Kassel wäre ein tiefergehendes Wissen über die Herstellung von Barrierearmut in Bezug auf kognitive Barrieren ein nächster Schritt dieser Untersuchung. Barrierearme Zugänge zu Informationen sind im stadtplanerischen Kontext ein wichtiger Aspekt, um die gewünschte/n Zielgruppe/n zu erreichen. Ein weiterer Punkt, der für Planer:innen und Entscheidungsträger:innen hilfreich sein kann, ist das Wissen, dass Stereotype aus Komplexitätsreduzierung entstehen und es deshalb umso entscheidender ist, einen angemessenen Umgang zu erlernen, damit keine Vorurteile entstehen oder verstärkt werden – z.B. in Planungsgruppen oder bei Bürger:innenbeteiligungen. Was diese Untersuchung vor allem gelehrt hat: Für gelungene Transformationsprozesse in der Stadtgesellschaft müssen sich Planer:innen auch mit unangenehmen Themen befassen und Problematiken benennen, auch wenn es beim Wording oder bei Stereotypenzuweisungen zu vielen Diskussionen kommen wird. Kommunikation und Sensibilisierung sind und bleiben wichtige Handwerkzeuge von Planer:innen und Entscheidungsträger:innen.

 

*Die Namen wurden aufgrund vom Datenschutz verändert.

Verwendete Literatur

AFOOT-Projektteam (2021). Ältere Bewohner*innen beteiligen. Verfügbar unter http://www.aequipa.de/publikationen/arbeitshilfen. Bremen und Dortmund

Aktion Mensch (o.J.). Was ist Ableismus? Verfügbar unter https://www.aktion-mensch.de/dafuer-stehen-wir/was-ist-inklusion/ableismus

Allport, G. W. (1971). Die Natur des Vorurteils. Köln: Kiepenheuer und Wirtsch.

Amadeu Antonio Stiftung (o.J.) Was ist Rassismus? Verfügbar unter https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/rassismus/was-ist-rassismus/ aufgerufen am 13.03.2022 

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Interviews

Interview mit dem Behindertenbeauftrager Rotenburg Eckhartd Müller,15.12.2021, Zoom, geführt durch die Projektgruppe Diverse Identitäten. 

Interview mit dem Behindertenbeirat Bad Hersfeld  und Dieter Altmann, Hartmut Ziehn und Karin Zell, 19.01.2022, Bad Hersfeld, geführt durch die Projektgruppe Diverse Identitäten. 

Interview mit dem Quartiersmanager “Hohe Luft” Herr Ashour, 17.12.2021, Bad Hersfeld, geführt durch die Projektgruppe Diverse Identitäten. 

Interview mit der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten für Hersfeld-Rotenburg und einer Mitarbeiterin im Frauen- und Gleichstellungsbüro. 27.01.2022, Zoom, geführt durch die Projektgruppe Diverse Identitäten.

Interview mit einem evangelischen Pfarrer aus dem Stadtteil Hohe Luft. 11.03.2022, Bad Hersfeld, geführt durch die Projektgruppe Diverse Identitäten. 

Interview mit einer Ehrenamtlichen aus dem Quartiersbüro Hohe Luft, Teil der Sinti Gemeinschaft in der Hohen Luft. 11.03.2022, Bad Hersfeld, geführt durch die Projektgruppe Diverse Identitäten. 

Interview mit der Lebenshilfe Bad hersfeld e.V. Frau Ley und Johannes,19.01.2022, Bad Hersfeld, geführt durch die Projektgruppe Diverse Identitäten.

 Interview mit der Rentnerin Hildegart. 10.12.2021, Bad Hersfeld, geführt durch die Projektgruppe Diverse Identitäten. 

Interview mit Sascha und Ayana, 09.12.2021, Kassel, geführt durch die Projektgruppe Diverse Identitäten.