Zwischen Vorstadt und Innenstadt. Formen suburbaner Nachbarschaft

Leitung: Maik Kiesler M.Sc.

Tutor:innen: Clara von den Driesch B.Sc., Cornelia Schwarz, Philipp Reinhart

Studierende: Katharina Bittrich, Miriam Caetano, Ruben Dennerlein, Lukas Friedt, Lea Heinrich, Louise Kleinheyer, Frederik Lumpe, Nina Marreel, Sophia Multhaupt, Johanna Möller, Frederik Pelz, Miriam Pröbstle, Lukas Schirowski, Hannah Straka, Cäcilia Taddia, Rahel Voigt, David Wagner

Kaum ein Teil der Stadt ist mit so vielen Vorurteilen besetzt, wie der suburbane Raum. Es schwirren Bilder von ewig gleichen Einfamilienhäusern durch den Kopf, mit auf Perfektion getrimmten und kitschig dekorierten Vorgärten, in denen Rasenmähroboter umhersurren. Bilder, die ein engstirniges und gänzlich konformes Leben repräsentieren. Die Bewohner*innen werden nicht selten als konservative Spießbürger*innen ohne Interesse an Vielfalt wahrgenommen. Doch die kaum erforschte Suburbia ist um ein vielfaches diverser als sie den Anschein macht! Das verdeutlicht bereits die nicht ganz einfache Begriffsdefinition, denn der suburbane Raum wird nicht allein etwa durch den Standort beschrieben, sondern  durch vielschichtige räumliche und soziale Dimensionen.

In unserem Einführungsprojekt „Zwischen Vorstadt und Innenstadt. Formen suburbaner Nachbarschaft“ haben sich Studierende der Stadt- und Regionalplanung an der Universität Kassel in Kleingruppen in verschiedene Gebiete Kassels begeben und zu verschiedenen Themenschwerpunkt geforscht:

Da sich Tendenzen zu traditionellen Geschlechterrollen in suburbanen Gebieten erkennen lassen, erarbeitete eine Gruppe die Frage, wie die Covid-19-Pandemie die Rolle der Frau mit Kind in suburbanen Räumen in Kassel beeinflusst. Der Forschung lagen hierbei die Kasseler Stadtteile Harleshausen und Brasselsberg zugrunde.

Ephemere Kontakte bildeten den Schwerpunkt einer weiteren Forschungsgruppe. Im Vergleich zwischen dem Ossenplatz in Harleshausen und dem Bebelplatz im Vorderen Westen bestand das Interesse zu klären, wie unterschiedlich intensiv sich ephemere, also flüchtige und kurzlebige,  Kontakte im urbanen und suburbanen Raum Kassels gestalten.

Wie Zugezogene in suburbane Nachbarschaften Kassels integriert werden, versuchte eine Gruppe zu erforschen. Da sich Umzüge häufen und sich Nachbarschaften über die Jahre geändert haben, wurde im Einfamilienhausgebiet Sandershausen, Niestetal und in der Großwohnsiedlung Wohnstadt Waldau vergleichend darauf eingegangen, ob und wie Zugezogene aufgenommen werden.

Die Gruppe Mobilität widmete sich der Relevanz des ÖPNV für die Entstehung von Sozialität im suburbanen Raum. Ob im ÖPNV selbst Sozialität entstehen kann, oder ob er einen nur „zu seiner Sozialität bringt“, wurde dabei in den Stadtteilen Brasselsberg und Waldau erarbeitet.

In welcher Beziehung die Homogenität der Baustruktur suburbaner Siedlungen Kassels mit der dortigen Sozialstruktur steht, versuchte eine Gruppe zu klären. In der Neubausiedlung am Triftweg, Wolfsanger-Hasenhecke und der Belgier Siedlung, Wehlheiden wurde betrachtet, in welcher Wechselwirkung die bauliche Homogenität und die sozialen Strukturen stehen.

Jede der fünf Gruppen hat zu Beginn des Forschungsprozesses den bisherigen Stand der Wissenschaft zu ihren Themenschwerpunkten erarbeitet. Nach Auswahl geeigneter Untersuchungsgebiete haben wir mit der Feldforschungsphase begonnen, um unsere Forschungsfragen anhand der gesammelten Daten untersuchen zu können. Dabei wurden qualitative und quantitative Methoden angewandt – wie die Durchführung von Umfragen, Kartierungen, Interviews und Beobachtungen – um ein nuanciertes Bild der Umstände in den Gebieten zu ermöglichen. In der Auswertungsphase hat sich schließlich jede Gruppe damit beschäftigt, die für ihre Forschungsfragen relevanten Aspekte aus den gesammelten Daten und relevante Zusammenhänge herauszuarbeiten. Ziel war es, die suburbanen Gebiete Kassels unter Betrachtung der Forschungsschwerpunkte der Gruppen eigenständig zu untersuchen und die gesammelten Daten auszuwerten. Die gewonnenen Erkenntnisse und die daraus ableitbaren Schlüsse werden im Folgenden präsentiert.

Mit Klick auf die Gruppen-Beschreibungen erfolgt eine Weiterleitung zu den Forschungsgruppen.

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