Waschbeton schafft Freunden ein Format.

Hinter Waschbeton verstecken viele ihre Mülltonnen.

Als Kollektiv arbeiten wir nach der Methode der Do-ocracy.

Waschbeton ist das Terazzo des kleinen Mannes.

Wir haben nicht den Anspruch vollendete Projekte zu zeigen.

Wir leben im Prozess.

 

»https://www.instagram.com/wasch_beton«

RAUMMODUL BASIS

 

Die Basis entstand während eines 2-Wochen Workshops in einem Leerstehenden Autohaus.

 

Wir schaffen ein Objekt um Raum anzueignen, ihn nutzbar zu machen und ihn zu untersuchen. "Die Basis" ist Ausgangspunkt dieser Expedition. Sie bietet eine Erstversorgung für menschliche Bedürfnisse, sie schafft eine universelle Behaglichkeit. Leerstand ist eigentlich das Gegenstück zu unserer Entwurfsgrundlage, der Veränderung. Er bietet Raum, der als überflüssig gesehen wird. Er steckt selbst mitten im Prozess der Veränderung, wurde er doch verlassen. Für unseren ersten Auftritt der Basis ergibt sich ein Autohaus in Frankenberg, mehrere zusammenhängende Hallen und hohe Rolltore.

Wir schaffen ein Objekt um Raum anzueignen, ihn nutzbar zu machen und ihn zu untersuchen. "Die Basis" ist Ausgangspunkt dieser Expedition. Sie bietet eine Erstversorgung für menschliche Bedürfnisse, sie schafft eine universelle Behaglichkeit. Zum Notwendigen gibt es bereits zahlreiche Ansätze, wir sehen uns hier nicht auf unergründetem Terrain, wollen jedoch eine Lösung finden, die sich unserer Situation auf den Leib schneidert. Unsere Situation ist nicht die Gleiche, jeder hat seine Eigene, doch was uns alle zusammen bringt, ist die konstante Veränderung.

Raumplanung ist selten spontan, Kontexte sind historisch gewachsen und doch gibt es immer wieder Lücken die gefunden und genutzt werden wollen. Leerstand ist ein politisch strittiges Thema, doch wir wollen uns darauf konzentrieren das er vor allem eine Sache ist: Eine Chance. Er bietet Raum, der als überflüssig gesehen wird. Er steckt selbst mitten im Prozess der Veränderung, wurde er doch verlassen. Für unseren ersten Auftritt der Basis ergibt sich ein Autohaus in Frankenberg, mehrere zusammenhängende Hallen und hohe Rolltore.

Die einzelnen Module lassen sich mit Hilfe von Spannverschlüssen zusammenfügen. Den Abschluss bildet das Dach als Schlafplatz. Ist "die Basis" zusammengefügt, lässt sie sich im Ganzen bewegen. Wird es jedoch wärmer und die Halle, oder der Vorplatz sollen räumlich definiert werden, lässt sich der Panzer dekonstruieren und die Einzelteile erfahren eine kleinteiligere Nutzung. So können die Küchenelemente im Raum verteilt werden, der Arbeitsraum wird zu einer Vielzahl unterschiedlicher Tische und der Schlafplatz wird zum Podest.

Um Leerstand zu verstehen und zu Nutzen braucht es eine zugängliche und eindrückliche erste Struktur. Durch die Basis wird Aufmerksamkeit auf Leerstand gerichtet. Durch ihre Infrastruktur können undefinierte Räume leicht in unterschiedlichsten Szenarien bespielt werden. Der Ort wird dadurch durch Nutzende als Potential begriffen und von Passierenden als solches sichtbar gemacht. Durch ihr simples Design und die Multifunktionalität der einzelnen Elemente ist sie wie eine Art Baukasten zu verwenden. Spielerisch werden räumliche Potentiale wahrgenommen und niedrigschwellig angeeignet.

Die Basis ist eine bewegliche modulare Struktur zur Belegung von Leerständen. Sie bietet eine erste Infrastruktur zum Arbeiten und Wohnen. Um Räume schnell und einfach, auch für kurze Zeit, nutzbar zu machen, haben wir die Module multifunktional gestaltet. Die Struktur kann sich von einem geschlossenen Raum zu einem offenen Display wandeln. Sie kann sowohl innerhalb einer bestehenden Struktur als auch im Freien aufgestellt werden. Der Raum wird durch mehrere gestapelte tischartige Elemente verbunden und bildet eine abgeschlossene Einheit, die ein Mikroklima schafft. Die Abmessungen sind auf das Notwendige reduziert. Es können zwei Personen schlafen und bis zu vier Personen an einem Schreibtisch arbeiten. Hinzu kommt eine Küche, die aus vier mobilen Theken besteht, sowie ein Zeltdach. Je nach Bedarf kann die Struktur durch das wechselnde Vorkommen von Freiflächen aufgefächert werden. Jedes Element funktioniert für sich, es gibt drei verschiedene Höhen: einen Arbeitstisch, ein Stehpult und eine Bühne. Sie sind stapelbar und können zu einer Tribüne kombiniert werden. Wir haben einen Prototyp gebaut und ihn in einem verlassenen Autohaus zum Wohnen eingesetzt. Perspektivisch können mehrere Einheiten kombiniert werden, um komplexere Strukturen aufzubauen. Die Basis versucht, Einbauten zu reduzieren, um ein routiniertes Aushandeln von Bedürfnissen zu ermöglichen. Sie ist als eine Art Messstation gedacht, daher ist das Design schlicht gehalten. Unser Hauptziel ist es, gesunde Strukturen zu erhalten. Erhaltung durch Nutzung, die Möglichkeit, verlassene Gebäude temporär zu aktivieren, schafft ein neues Bewusstsein für bereits bestehende Strukturen, es beleuchtet den Ist-Zustand und stellt gleichzeitig einen Soll-Zustand vor. Die Basis ermöglicht die Reaktivierung, indem sie grundlegende Bedürfnisse erfüllt. Die multifunktionale Gestaltung zielt darauf ab, mit minimalem Aufwand ein Verständnis für den Leerstand zu erreichen und Nutzungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Bei sich verändernden Arbeitswelten muss die Koproduktion von Raum erprobt werden. Gerade bei Leerständen haben wir die Möglichkeit, kollektive Platzgestaltung zu erleben, statt sie im Voraus zu definieren. Deshalb muss die Struktur veränderbar sein, um Nutzer zu ermöglichen.

Energetisch arbeiten wir mit dem Aufbau eines Mikroklimas innerhalb eines Makroklimas, dies begrenzt den Energieverbrauch. Wir können uns nicht auf effiziente thermische Hüllen im Leerstand verlassen, deshalb unterscheiden wir zwischen wetterfesten und warmen Bereichen. Die witterungsbedingte Ausdehnung von Wohnflächen betrachten wir als logisches Verhalten. Der Aspekt der kostengünstigen Produktion ist für unseren Prozess entscheidend, da wir versuchen, eine Alternative zum Umbau zu schaffen. Um wettbewerbsfähig zu sein, muss unser Design sowohl erschwinglich als auch reproduzierbar sein, was technisch aufwendige Detaillösungen ausschließt. In diesem speziellen Fall war der Leerstand zum Abriss vorgesehen, also haben wir die Dämmung wiederverwendet, die wir nicht aufgebaut haben. Wir wollen den Benutzer einbeziehen. Die Basis lässt Nutzende zu Architektinnen werden und ermutigt sie, Raumschaffendes gemeinsam zu Verhandeln. Der Aufbau ist einfach und leicht veränderbar. Beim Aufbau des Prototyps erlebten wir selbst die verbindende Wirkung, unsere eigene Umgebung zu definieren. Wir haben keinen Anspruch auf die Art der Konstruktion, weshalb eine Aneignung des Prozesses möglich wird.

Der kritische Aspekt der Basis ist, ob wir es schaffen, die Umstehenden in die Diskussion über die Anforderungen an das Bauen einzubeziehen. Wir glauben, dass die Anpassung des Bestehenden an die aktuellen Bedürfnisse uns befähigt, über Besitz nachzudenken. Wir wollen alle in eine Diskussion über das Notwendige einbeziehen. Das Temporäre definiert die Basis als eine reaktive Struktur. Sie bezieht sich auf die Bedürfnisse ihrer Nutzer und gibt einer Diskussion über das kollektive Verständnis von Notwendigkeit Raum. In Korrelation mit dem definierten Raum des Leerstands wird die Basis zu einem Werkzeug, um Aneignung zu debattieren.  Sie ermöglicht Ko-Kreation, indem sie sich strukturellen Vorgaben entgegenstellt. Jede Variation der Ausgangssituation stellt eine Verhandlung des Raumes dar. Sowohl die Größe der Gruppe als auch die Bedürfnisse können und werden im Laufe der Zeit variieren.

Die multifunktionalen Elemente, aus denen sich die Basis zusammensetzt, sind so konzipiert, dass sie verschiedene Arten der Interaktion ermöglichen, sie können sowohl eine Barriere als auch einen Versammlungsort bilden. Die Gestaltung eines Mikroklimas wie auch eines Makroklimas erstreckt sich auch auf einen sozialen Aspekt. Die Aneignung des Raumes durch eine Gruppe wird eine Bestimmung von privaten und öffentlichen oder halböffentlichen Räumen nach sich ziehen. Durch den ästhetischen Widerspruch zur bestehenden Struktur visualisiert es eine Ausrichtung der Gruppe, die den Leerstand gerade besetzt. Das Modul soll wachsen und erweitert werden. Es wird in verschiedensten Kontexten getestet. Im Sommer 2021 wird die Basis einen Monat einen Leerstand in Kassels Innenstadt bespielen und als Wohnexperiment dienen. Ab Herbst 2021 wird sie die Basis um eine ehemalige Gärtnerei der LPG bei Leipzig wiederzubeleben. Bisher konzentrierte sich die körperliche Arbeit auf die Basis. In Zukunft wird sie das Zentrum sein, von wo aus die Arbeit stattfindet.

VOM KLAPPEN UND WAENDEN

1. Platz im Realisierungswettbewerb „STAGE“ - Haus der Statistik

Wir sehen eine Bühne nicht als ein Podest, sondern als eine räumliche Einfassung. Sie ist der Bereich, der durch das Ausbleiben der Bestuhlung markiert wird. Die vier Elemente in unterschiedlichen Konstellationen fassen einen Raum, unterteilen einen bestehenden, erhöhen Personen oder verbergen einen Hintergrund. Sie ergänzen das Vorhandene. Immer wieder neu lassen sich die multifunktionalen Elemente anordnen, sie entfalten dabei ihre diversen Charakteristiken und können je nach Bedarf einzeln oder in Kombination auftreten.
Jedem Anlass seinen Raum, jedem Kontext seine Bühne.

95/24 R8,8

1.Platz BDA Studienpreis 2021

DOCUMENTA FIFTEEN

modular mobile kitchen for ruruHaus

× ×