Donnerstag
14:00 - 17:00
analog
14.07.22
Entwerfen und Nachhaltiges Bauen — Prof. Frank Kasprusch
Experiment Kasseler Hafen
Treffpunkt:
Universität Kassel, HAFEKA Hinterhaus
Straße und Hausnummer:
Universitätspl. 12
PLZ und Stadt:
34127 Kassel
Gebäudename, Etage, Raumnummer:
HAFEKA Hinterhaus Raum: 2105
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Studierende:
Tutor*innen:
Lehrende:
Ansprechpartner*in:
Frederik Ehling M.A.
Kontakt Ansprechpartner*in:
ENB Vertical Studio – Experiment Kasseler Hafen - Visionen für ein sozial-produktives Quartier Städte und urbane Gebiete werden in den kommenden Jahren immense Umstrukturierungen erfahren. Inkubatoren dafür werden z.B. das Ende der fossilen Brennstoffe, Klimasystemveränderungen, Renaturierung elektrifizierte Mobilitätskonzepte und die Dezentralisierung der Energie zugunsten einer Urbanisierung, einer Steigerung der Aufenthaltsqualitäten und einer Etablierung umweltverträglicher Infrastrukturen und Lebensweisen sein. Grundlegend für das Wettbewerbsthema ist die These, dass nachhaltige Stadtquartiere Räume des Wohnen mit Räumen des Arbeitens verbinden. Die Typologie des reinen Wohngebietes, welches den Wohnungsbau der letzten 100 Jahre dominierte, hat sich weitestgehend überlebt. Nicht erst seit Corona haben sich die Lebensstile geändert. Die Nachfrage nach urbanem Wohnen, d.h. Wohnangeboten in mischgenutzten Strukturen hat zugenommen. Mehr und mehr essen die Menschen außer Haus und verlagern diese und andere "häusliche" Aktivitäten in den Stadtraum. Zugleich arbeiten sie mehr und mehr zu Hause. Mit der digitalen Ökonomie kommen auch neue Formen der Produktion in die Stadt zurück. Man könnte daher die These vertreten, dass das Wohnen räumlich in den Stadtraum diffundiert und das Arbeiten das Wohnen infiltriert. Diesen Entwicklungen trägt die aktuelle Planungs- und Bautätigkeit kaum Rechnung und läuft in Gefahr, an jetzigen und zukünftigen Anforderungen vorbei zu gehen. Denn durch den Boom von Wohnungsund Bürobauten bei rapide steigenden Bodenpreisen wird das Gewerbe aus der Stadt verdrängt, welches aber für das Funktionieren einer Stadt in vielfacher Hinsicht unerlässlich ist. Seit Jahren beginnen daher Kommunen unter dem Schlagwort der „produktiven Stadt“ neue Entwicklungsmöglichkeiten für innerstädtisches Gewerbe zu sichern bzw. zu schaffen, diese planungsrechtlich durch die Ausweisung von Urbanen Gebieten zu verankern und so einer Entmischung gegenzusteuern. Die Nutzungsmischung führt zu einer deutlich höheren Akzeptanz des Lebensumfelds und fördert das sozial orientierte Miteinander. Der Paul-Bode-Preis 2022 widmet sich diesem aktuellen Themenfeld. Gesucht werden Modelle der sozialverträglichen Durchmischung und Durchdringung des Arbeitens und Wohnens auf verschiedenen Ebenen: a) Auf der Ebene des Quartiers: Verbindung von Zonen verschiedener Nutzungsprofile b) Auf der Ebene des Ensembles: Die Verbindung von Wohn- u. Gewerbeeinheiten in einem Ensemble c) Auf der Ebene der Wohnung: Vom Home-Office bis zur Atelier- und Werkstattwohnung Hierbei stellt sich auf allen drei Maßstabsebenen neben der Frage nach dem umbauten Raum auch die Frage nach der Funktion des Außenraums - ob als Aufenthaltsraum, Ort der Produktion oder als blau-grüne Infrastruktur. Eine hochwertige aber reduzierte Erschließung stellt die Grundlage für neue Mobilität und Stadtvernetzung dar.