ENB Entwerfen und Nachhaltiges Bauen // Prof. Frank Kasprusch // Marc Nocke

Steinmetzhaus   Anika Kirchner

Interview mit einem Steinmetz

Warum hast du dir das Handwerk ausgesucht?
Ich habe die 11te Klasse abgebrochen und ein Steinmetz meinte ich solle mal ein Praktikum machen.
Das hat mir sofort gefallen, weil man ein hartes Material zu filigranen Sachen umwandelt, genauso hat mir
gefallen, dass man sich in dem Handwerk künstlerisch betätigen kann.
Würdest du sagen man muss künstlerisch begabt sein für den Beruf?
Nein nicht unbedingt. Für meine Arbeit aber auf jeden Fall da sollte man schon Skizzen für Grabsteine darstellen können.
Man kann aber als Steinmetz auch Küchen bauen und muss nicht kreativ sein.
Das ist das Schöne an dem Beruf, jeder findet seinen Platz.
Wie lange führst du das Handwerk schon aus?
Seit ich 18 bin.
Das sind jetzt 30 Jahre und ich habe noch nie etwas anderes gemacht.
Was sind typische Arbeitsabläufe in deinem Handwerk?
Es gibt sehr viele verschiedene Arbeitsabläufe, je nachdem was man macht, quasi machen wir alles was mit
Stein zu tun hat.
Man macht z.B. Küchenplatten und Grabsteine, da unterscheiden sich die Abläufe.
Vereinfacht gesehen macht man entweder etwas aus Platten sägt/schleift diese oder nimmt kompakte Steine
und bearbeitet diese, indem man etwas von Material entfernt.
Was gefällt dir am besten an dem Handwerk ?
Mir gefallen mehrere Sachen sehr gut.
Zum Beispiel der Unterschied zwischen dem groben Material und der filigranen Arbeit, außerdem kann viel
mitgestalten und hat Kundenkontakt.
Was auch cool ist, ist ein Handwerk was schon Ewigkeiten existiert zu beherrschen, welches sich in seiner
Ausführung kaum geändert hat.
Wir haben in der Werkstatt immer noch Werkzeug, welches vererbt wurden, aber auch moderne Maschinen.

Was gefällt dir nicht an dem Handwerk ?
Da muss ich überlegen.
So Sachen, die nicht so viel Spaß machen, zum Beispiel Bronzebuchstaben aufkleben.
Aber so etwas hat man in jedem Beruf.
Worauf bist du besonders stolz ?
Ich habe mal ein großes Denkmal für ein Familiengrab gemacht, daran habe ich ein halbes Jahr gearbeitet und es hat am Ende 80.000 Euro gekostet.
Solche Aufträge bekommt man auch nur alle 10 Jahre
Denkst du das Handwerk stirbt aus bzw. sollte mehr Anerkennung erhalten ?
Leider trifft beides zu, es gibt momentan 8 Berufsschulen aber es werden nächstes Jahr 4 davon geschlossen, weil keine Leute
mehr da sind.
Vor 10 Jahren gab es noch 1000 Azubis pro Jahr, aktuell sind es noch 350.
Wenn es so weitergeht, ist der Beruf in 10 Jahren ausgestorben
Wird dagegen etwas getan?
Ich bin im Bundesvorsitz für Berufsschulen, weil mir etwas dran liegt, dass der Beruf weiterhin bestehen bleibt.
Ich kann aber leider niemanden dazu zwingen den Beruf zu lernen
Kaum jemand will das Handwerk heute noch lernen, weil man kaum Geld verdient, vor allem als Azubi, außerdem bilden viele Betr ieb e
nicht mehr aus.
An der ganzen Sache gibt es aber auch etwas Positives:
Je weniger Steinmetze es gibt desto eher kann man sich Kunden/Aufträge aussuchen.
Was möchtest du unbedingt mal machen / welchen Wunsch möchtest du dir noch erfüllen?
Noch viele schöne Große Skulpturen machen, aber die würde ich auch Privat machen, wenn ich solche Aufträge nicht mehr bekommen sollte.
Würdest du dein Handwerk als deine Leidenschaft bezeichnen?
Ja auf jeden Fall.
Ich mache auch Skulpturen bei mir Zuhause in meiner Freizeit.

 

Vielen Dank an Olaf Kirchner für die Einblicke in das Handwerk

Narrativ  Bewohner*innen 

Die Persönlichkeiten der Bewohner des Handwerkhauses sind Steinsorten und deren Eigenschaften nachempfunden.

Theo

Steinmetz

Basalt:
Feinkörnig und dicht
Sehr robust und beständig

Elli

Steintechnikerin

Granit:
Breites Farbspektrum
Hohe Stabilität und Festigkeit
Kristalle gut sichtbar
Sehr edel

Lilo 

Steinbildhauerin

Marmor:
Einzigartige Materialeigenschaften
Viele verschiedene Farben und Texturen

JOSHUA

Azubi


Sandstein:
Nicht glänzend oder glatt
Weich
Leicht zu bearbeiten

Setzung und Form

Das Gebäude steht außen an am Rand der Hessenschanze, da das Steinmetzhandwerk viel Staub und Lärm verursacht.
Dennoch hat es eine gute Anbindung, da es genau an einem Weg steht.
So können Besucher oder Lieferwagen die Werkstatt erreichen.

Konzept Subtraktion

Steinmetzte arbeiten immer rein subtraktiv und entnehmen dem Stein etwas.
Das Konzept ist daher ebenfalls rein Subtraktiv, um so eine Verbindung mit dem Handwerk herzustellen.
Es gibt ein Anfangsvolumen von 13x13x10m
Aus diesem werden 3 Blöcke entnommen.
Das was übrig bleibt wird bewohnt.

Der Entwurf Werkstatt und Wohnen 

Durch das Herausnehmen des ersten Teiles, entsteht ein halb im Erdreich eingegrabener Hof zum Arbeiten im Freien, mit Werkstätten daran anschließend.
Durch die zweite Subtraktion entstehen Atelier und ein Rückzugsort für die Bewohner mit ihren Schlafzimmern, ebenso wie eine Empore.
Die Empore entsteht im Obergeschoss durch die zweite Subtraktion. Aber das Geschoss spaltet sich durch die dritte Subtraktion nochmals, was sehr spannende Räume entstehen lässt, zum gemeinsamen Kochen und zusammensitzen, aber auch zum Zurückziehen und Schlafen.

Steinmetz ist ein Handwerk, welches sehr gut draußen arbeiten kann, durch den Staub, welcher dabei verursacht wird, ist dies auch meistens angenehmer.
Durch den Hof haben die Steinmetze die Möglichkeit draußen an der Luft zu arbeiten.
Da durch die Subtraktion ein Lichthof entsteht welcher durch das gesamte Gebäude führt, hat man auch immer Licht genug zum arbeiten.
Sollte es aber mal Regnen, so kann man im überdachten Bereich arbeiten oder in die Werkstatt hinein gehen.

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