Soziale Milieus im suburbanen Raum

 

 © unsplash, Jimmy Conover, 2020

Leitende: Timo Baldewein M.A.; Carsten Keller Prof. Dr.; Maik Kiesler M.Sc.

Studierende:

Charlott Albertsmeyer, Aleke Berndt, Dennis Brinkmann, Cansu Ceylan, Mona Dohmen, Lea Gründer, Niklas Kiefer, Jonas Ibrahim Salim Klingeberg-Behr, Valerie Mühlau, Wiebke Pötting, Elena Marie Rindspacher, Elisa Sonntag, Angelina Sporn, Philipp Theißen, Vincent Völker, Jana-Catherin Weselmann, Jira Yimchuen

Jeder kennt die Bilder der ewigen Einfamilienhausgebiete am Stadtrand, die Monotonie und Spießigkeit ausdrücken. Doch diese Bilder entsprechen nicht der Realität: das Wohnen am Stadtrand hat unterschiedliche Gesichter. Städtebaulich lassen sich neben Villenkolonien und Einfamilienhausgebieten auch Hochhaussiedlungen und neue urbane Strukturen finden. In diesen wohnt auch nicht nur die weiße Mittelschichtsfamilie mit zwei Kindern, bei denen der Mann arbeiten geht und die Frau zuhause bleibt. Baulich und sozial hat der suburbane Raum in den letzten Jahrzehnten an Vielfältigkeit gewonnen. Doch was ist der suburbane Raum dann heute? Wie prägt er sich baulich, sozial und funktional aus? Welche Unterschiede weist er noch zum städtischen Raum auf?

Diesen Fragen sind wir in unserem Projekt nachgegangen. In fünf Gruppen haben wir die sozialen und baulichen Strukturen des suburbanen Raumes in Deutschland an verschiedenen Beispielen untersucht. Die Ergebnisse der Gruppen sind sowohl thematisch als auch räumlich sehr breit gefächert:

Das gesellschaftliche Phänomen des Gender-Pay-Gap wird seit Jahrzehnten diskutiert und dennoch können noch immer nicht alle Faktoren benannt werden, welche den geschlechterspezifischen Verdienstunterschied bedingen. Unklar ist außerdem, ob dieses Phänomen in allen Raumkategorien gleichermaßen auftritt, oder ob sich räumliche Kontraste feststellen lassen. Das Ziel der Untersuchung war somit die Herausstellung von möglichen Unterschieden des Gender Pay Gap in Deutschland zwischen der Großstadt, Suburbia und dem ländlichen Raum, sowie verschiedenen Faktoren, welche diesen beeinflussen.

Die Zugänglichkeit von Kultur- und Bildungseinrichtungen gilt als Gradmesser für gesellschaftliche Teilhabe. Inwiefern die Verteilung der Einrichtungen von der Einkommensstruktur abhängt und ob es einen Unterschied zwischen suburbanen und urbanen Räumen gibt, war Ziel der Untersuchung. Für aussagekräftige Ergebnisse wurden die Städte Kassel und Erfurt betrachtet. Auf diese Weise konnten auch einige Auffälligkeit in den unterschiedlichen Planungsstrukturen der beiden Großstadtregionen räumlich sichtbar gemacht werden.

Am Beispiel der suburbanen Räume der beiden Städte Dresden und Bremen wurde eine differenzierte Betrachtung der Wohntypologien im Hinblick auf deren Bau-, Sozial und Demographiestruktur vorgenommen. Dazu wurden Forschungen auf unterschiedlichen Betrachtungsebenen durchgeführt. Zum einen wurden die Städte in der Makroperspektive unter einander verglichen und hinsichtlich ihres urbanen und suburbanen Raumes untersucht. Zum anderen wurden in der Mesoperspektive die Einfamilienhausgebiete und Großwohnsiedlungen genauer betrachtet und die typischen baulichen und sozialstrukturellen Merkmale herausgearbeitet.

Zwischen suburbanen und urbanen Räumen findet eine Angleichung der Haushaltsstrukturen statt. Es leben nicht nur Familien im suburbanen Raum und im urbanen nicht nur ledige Bildungssuchende. Doch wer genau im suburbanen Raum wohnt und inwiefern sich der suburbane und urbane Raum in den letzten Jahrzehnten angeglichen haben und welche regionalen Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschen Städten zu erkennen sind, war Fokus unserer Untersuchung.

Die Ergebnisse der letzten beiden Bundestagswahlen lassen auf teils deutliche Veränderungen schließen, welche in der Wahlforschung zunehmend durch räumliche Verteilungsmuster erklärt werden. Am Beispiel der Stadt Dresden wurde auf der Ebene der Stadtteile untersucht, ob und inwiefern sich ein Zusammenhang zwischen den Wahlergebnissen und soziodemografischen Faktoren herstellen lässt und welche Rolle diesbezüglich Unterschiede zwischen den urban bis suburban geprägten Räume der Stadt spielen. Schließlich erfolgte eine Einordnung in gängige Theorien der Wahlforschung.

Bei der Projektarbeit stand im Fokus herauszufinden, wie sich heute der suburbane Raum räumlich definieren lässt, welche typischen Bewohner*innengruppen es heute im suburbanen Raum gibt und wie diese charakterisiert werden können. Methodisch wurden dazu von den Gruppen Sekundäranalysen und von einer Gruppe eine Primäranalyse mit Daten verschiedener Plattformen und statistischer Ämter mit SPSS und GIS aufbereitet. Mit deskriptiven Statistiken, Faktorenanalysen, Regressionen oder Clusteranalysen hat jede Gruppe ihren eigenen Weg gefunden, den suburbanen Raum unter die Lupe zu nehmen. Zu welchen Ergebnissen die Gruppen gekommen sind, erfahrt ihr, wenn ihr auf die Themenschwerpunkte im Folgenden klickt:

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