Julius Krum How to run a radiostation: Timetable

Arbeit merken

Wenn das Thema des Programms gefunden ist, und die Formate dementsprechend ausgewählt und darauf zugeschnitten wurden, gilt es dies in einem Timetable (dt. Ablaufplan) zu strukturieren. 

 

Live oder Recording?

Die wichtigste Frage, die sich eigentlich schon während der Auswahl der Formate stellt, ist, ob das Programm Live ausgestrahlt werden soll, oder ob im Vorhinein aufgenommene Beiträge über den Radio-Server gestreamt werden sollen. Beide Wege haben Vor- und Nachteile, die unter Betrachtung des Programm-Themas, abgewogen werden sollten. Als Beispiel zwei Shows aus dem Radio-Programm des Wintersemesters 2020/21 “Blurring Boundaries”:
Das tägliche Diskussions Format “Apropos kontrovers” wurde nicht nur im Radio gestreamt, sondern fand live in einem öffentlichen Zoom-Raum statt, dem jede*r per Link beitreten konnte, der*die Interesse hatte, an der Diskussion teilzunehmen. So wurde eine Nähe zu den Zuhörer*innen hergestellt, die in einer, im Voraus aufgenommenen Show, nicht möglich gewesen wäre.
Andere Formate, wie die Lesung, leiden qualitativ unter der Live-Situation, da jeder Versprecher, jeder Huster und jedes Störgeräusch nicht mehr entfernt werden kann.

Weiterhin bilden viele Liveformate eine höhere Stressbelastung während des Radiobetriebs. Jeder im Vorraus aufgenommene Beitrag führt zu einer Pause, welche während Streams von bis zu acht Stunden sehr entlastend sein können.


Es gilt also einen sinnvollen Mix aus aufgenommenen und Live-Formaten zu finden, der die Faktoren Thematik, Inhalt und Zielgruppe bestmöglich mit einbezieht.

 

Abwechslung schaffen

Der Timetable (dt. Ablaufplan) gibt vor, in welchem Zeitraum welcher Beitrag zu Hören sein wird. Die Strukturierung dieses Timetables bewegt sich zwischen zwei Problematiken:

  • Der täglich gleiche Ablaufplan sorgt dafür, dass Zuhörer*innen nach ein paar Tagen ungefähr wissen, wann welches Format läuft. Das Programm ist somit klarer strukturiert und verständlicher, was wiederum die Lust einzuschalten erhöht.
  • Der täglich gleiche Ablaufplan sorgt dafür, dass Zuhörer*innen vom Programm nicht mehr überrascht werden und dass durch den Glauben, nichts Neues mehr entdecken zu können, die Motivation einzuschalten sinkt.

Es sollte also darauf geachtet werden zeitlich feste Format-Blöcke in den Timetable zu bauen, damit Zuhörer*innen die klare Struktur wiedererkennen. Um diese Blöcke herum sollte es tägliche kleine Variationen der Formate und Zeiten, da die Abwechslung nicht zu kurz kommen darf: z.B. Musik-Sets / Auftritte nach langen Interviews, eine kurze Lesung nach einer langen, fordernden Diskussionsrunde.  

Zur Verwaltung des Radios, und Einrichtung des Timetables, benutzen wir die Open-Source Software LibreTime (s. Ausstrahlung).