Rope & Culture - Tradition verpflichtet 

Die Firma Rope & Culture sieht ihre Berufung darin, das bereits seit Jahrtausenden existierenden Handwerks, des Seilers, wieder aufleben zu lassen. Bereits in der Steinzeit hat das Seil Verwendung gefunden, was durch Höhlenbilder bewiesen ist und auch im alten Ägypten wurde es vielseitig eingesetzt. 

Heute ist das Seil ein selbstverständliches, nicht mehr wegzudenkendes Objekt, welches in der Industrie, dem Sport und auch als dekoratives Element verwendet wird. Doch was steckt hinter dieser Selbstverständlichkeit eines solchen simplen Objektes? Wie wird es hergestellt? Gibt es noch SeilerInnen, die dem Handwerk ohne Hilfe industrieller Maschinen nachgehen? Die Antwort lautet ja, aber viele sind es nicht.

Einer der wenigen heisst Chris Reepmann, der Gründer der Firma. Er ist Seilermeister und übt das Handwerk in traditioneller Weise von Hand, ohne jegliche Maschinen in Kassel auf der Hessenschanze aus. Er ist der Meinung "Ein solches Handwerk auszuüben, welches schon zu Zeiten unserer Urväter sehr wichtig war, macht mich einfach stolz. Ich sehe mich verpflichtet, handgefertigte Naturseile zu entwickeln, genau so wie man es lange vor meiner Zeit getan hat". Unterstützt wird er von seiner Frau Mira, seinem Sohn Jonas und dessen Partnerin Elena. Vater und Sohn sind in der Werkstatt tätig, während Mira und Elena sich darum kümmern, das Unternehmen zu vermarkten und sich um die Publicity und Aufträge kümmern. Die Firma hat nun ihren Sitz auf der Hessenschanze und besteht aus einer 45 Meter langen Seilerei und einem Wohnhaus.

Formfindung

Zur Formfindung haben wir, Nick und Jonathan, uns aufgrund der Thematik das Seil genauer angeschaut. Wenn man bei einem gedrehten Seil in die entgegengesetzte Richtung dreht, entstehen zwei punktgespiegelte Ausstülpungen. In diesen haben wir sofort die Möglichkeit zweier getrennter Privatbereiche aufgrund der Bewohnersituation gesehen und in der Mitte einen gemeinsamen Bereich für das Zusammenkommen. Aus dem weiter laufenden Seil hat sich dann die unter dem Wohnhaus liegende Seilbahn ergeben. 

Das Wohnhaus

Im Wohnhaus im Obergeschoss der Seilerei, dem "aufgedrehten Seil" befinden sich zwei private Flügel, einer ohne Arbeitsbereich für Chris und Mira und ein mit Arbeitsbereich für Elena und Jonas, da sich Elena noch im Studium befindet und Jonas eine Ausbildung bei seinem Vater macht. Aufgrund dessen wird ein zur Werkstatt abgegrenzter Arbeitsbereich für die noch Lernenden benötigt. Beide Privatbereiche verfügen über ein Badezimmer mit Lichteinfall über ein Oberlicht. In der Mitte ergibt sich dann ein Gemeinschaftsbereich mit Besonderheit eines Küchen/- Wohnelements. Dieses ist eine Holzbaukonstruktion, die modulartig bestückt werden kann. Das Element erstreckt sich über die gesamte Raumhöhe, die höher liegenden Nischen werden zum Lichteinfall und Blickbeziehung zwischen Gemeinschaftsraum und Eingangsbereich genutzt. Nach Eintreten in diesen führt entweder eine Treppe nach unten in die Werkstatt, oder 2 kleine Treppen links und rechts des Moduls in den Gemeinschaftsbereich. Durch die beiden kleinen Treppen wird ein kürzerer Laufweg in die jeweiligen Privatbereiche gewährleistet, jenachdem wo man sich in dem Wohnbereich aufhält. Das Gebäude ist zur Hessenschanze hin komplett verglast.

Die Seilbahn

Die Seilbahn erstreckt sich über eine Länge von ca 45 Metern. Hierbei ist zu beachten, dass Seile bei der Produktion an Länge verlieren, idR. 10 Meter. Das heißt, dass in der Seilbahn eine maximale Herstellungslänge von 35 Metern zu erreichen ist. Da sich das Unternehmen allerdings auf Naturseile spezialisiert hat, die eher in kleineren Anwendungsbereichen Verwendung finden, reicht das vollkommen aus. angrenzend an die Seilbahn befindet sich ein Büro, auf welches die Kunden treffen wenn sie die Werkstatt betreten. Hier finden dann die Kundengespräche statt. Da die Werkstatt aber auch über einen Lichthof verfügt, besteht auch die Möglichkeit, die Fensterfront zum Teil zu öffnen und auch sich mit Kunden rauszusetzen. Da die Seilbahn fast komplett eingegraben ist, wird durch den Lichthof ein für ausreichenden Tageslichteinfall in das Büro und den mittleren Teil der Seilbahn gewährleistet. Für die Enden der Seilbahn wurden kleine Fenster eingeplant, die eher als Lichtschächte dienen und somit die eher außergewöhnliche Form des Gebäudes nicht stören. Gegenüber des Büros befindet sich noch ein weiterer Arbeitsbereich zum Bearbeiten und Lagern der Seile. Außerdem liegt hinter der Trennwand die Erschließung zum Wohnhaus der Familie Reepmann.   

Ansichten und Schnitte

Schnitt AA

Schnitt BB

Nordostansicht

Südostansicht

Südwestansicht

Nordwestansicht

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