Markus und Johanna
SDG Zentrum

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Entwurfsmerkmale und wichtigsten Nachhaltigkeitsparameter

 

Das von uns entworfene SDG-Zentrum befindet sich in der Kasseler Innenstadt, nahe dem bestehenden Campus. Um einen Verkehrsberuhigten Bereich und somit eine angenehme Atmosphäre vor Ort zu gewährleisten, haben wir einen Rückbau der vierspurigen Wolfhager Straße, auf zwei Spuren realisiert. Diese sind notwendig, um der dort ansässigen Feuerwehr weiterhin die Durchfahrt zu ermöglichen. Die restlichen Spuren sind zu einem Fahrradweg und einer großzügigen Fußgängerzone umgebaut worden.

Unser Entwurf zeichnet sich durch seine runde Kreisform zwischen den sonst rechteckigen Umgebungsgebäuden aus. Durch diese Form erreichen wir ein verbessertes Verhältnis von Raumvolumen zu Außenfläche, wodurch ca. 33% an Material eingespart werden kann.

Um die innenliegenden Räume, trotz hoher Raumtiefe, mit genügend Tageslicht zu versorgen, befindet sich in der Mitte des Gebäudes ein Lichthof, der sich über alle Geschosse erstreckt. Eine sich dort befindende Lichtkanone, bestehend aus einzelnen Spiegeln, streut einfallendes Sonnenlicht zu den verschiedenen Räumen. Zusätzlich befindet sich in diesem Lichthof die Haupterschließung, von der man alle Etagen erreicht und Blickbezüge zu allen Ebenen und dem großzügigen Aufenthaltsort im Erdgeschoss hat. Um möglichst viel Fläche effizient zu nutzen, erreicht man jeden Raum über breit angelegte Korridore, die zusätzlich genügend Platz für Begegnungen bieten.

Die Tragkonstruktion des Gebäudes ist in Skelettbauweise ausgeführt, wobei Stützen und Träger aus Holz bestehen. Durch diese Bauweise schaffen wir mehr Fläche und lassen eine flexible Raumanordnung zu. Zusätzlich wird durch die Nutzung von Holz ein nachhaltiger, recyclebarer Rohstoff verwendet, welcher im Inneren ein angenehmes Raumklima entstehen lässt. Auch der Bodenaufbau ist in hybridbauweise mit Holz und Heizestrich realisiert.

Um eine möglichst autarke Energie- und Wärmeversorgung zu gewährleisten, nutzen wir eine Solarfassade, sowie Photovoltaik- und Solarthermieanlagen auf der nördlichen Dachhälfte. Die Solarpaneele der Fassade drehen sich mit dem Sonnenstand, um einen möglichst guten Einfallswinkel der Strahlen zu garantieren und so einen Großteil an Sonnenenergie zu nutzen. Darüber hinaus sind diese flexibel steuerbar, sodass die Nutzer sie als Sonnenschutz verwenden können. Um das anfallende Regenwasser zu nutzen, ist das Dach leicht geneigt und verfügt über ein Ablaufsystem. Dadurch wird es in einen Tank unter der Erde geleitet, dort gesammelt und aufgewertet. Dies ermöglicht zum einen die sanitäre Nutzung und zum anderen den effizienten Betrieb der Erdwärmepumpe. Im Sommer ist diese für die Kühlung im Gebäude und im Winter für die Fußbodenheizung zuständig.

Um die versiegelte Grünfläche des Grundstücks zu entsiegeln, befindet sich auf der Südseite des Dachs eine Grünfläche, welche auch für eine Kühlung im Gebäude sorgt.