Nena Schmerer Morphing Tower

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Morphing Tower

Ausgangspunkt für den Entwurf war die Entwicklung einer Gesellschaftsutopie als Narrativ. In meinem Narrativ sind die wesentlichen Aspekte der Gesellschaft das Gemeinschaftsgefühl, das im Vordergrund steht und die individuelle Selbstverwirklichung, die als gleichwertig wichtig zur Beteiligung am gemeinschaftlichen Handeln betrachtet wird. Davon ausgehend gibt es eine freie Berufswahl, die durch gleichen Lohn für jede Berufsgruppe ermöglicht wird, und die ständige Möglichkeit zur Weiterbildung und -entwicklung.

Diese Aspekte bilden die Grundlage für das Konzept. Da es sich um eine Gesellschaft mit Fokus auf das Gemeinschaftsgefühl handelt, braucht es eine Struktur, die nicht nur Wohnorte, sondern auch Arbeits- und Freizeitorte zusammenbringt. Diese Nutzungsdurchmischung ist auch wegen der Aspekte der freien Berufswahl und der individuellen Selbstverwirklichung notwendig, da die Selbstverwirklichung auch durch den eigenen Beruf erfolgen kann und entsprechend Wohn-, Arbeits- und Freizeitort am selben Platz kombiniert sein können. Der Aspekt der Möglichkeit nach ständiger Weiterentwicklung erfordert des Weiteren Orte, die bei einem Berufs- und/oder Interessenwechsel umgenutzt und angepasst werden können.

Die Konzeptidee ist inspiriert von der Funktionsweise der Metamorphose, da es sich um einen ständigen Umwandlungsprozess handelt, der hierbei auf die Nutzungen eines Gebäudes angewendet wird. Die Idee war es eine ständige Nutzungsumwandlung in einem Gebäude zu ermöglichen und dabei organische Formen, die mit der Metamorphose assoziiert werden, zu integrieren. Da sich gerade Flächen für eine Umnutzung aber wesentlich besser eignen als organische Formen, besteht die Grundstruktur des Gebäudes aus einer Kombination aus geraden und leicht organisch geformten Bereichen. Die geraden Flächen bieten dabei Platz für Wohn-, Arbeits- und Freizeitflächen die beliebig umgewandelt werden können, und die organisch geformten Bereiche sind für Nutzungsabschnitte, welche feststehend sein müssen (Erschließung, Sanitär, Lagerflächen etc.).

Um die organische Form in die Fassade des Gebäudes zu integrieren, hat jedes Geschoss eine eigene wellenähnliche Form, die durch Stapelung der verschiedenen Formen Variation ermöglicht. Außerdem bilden sich durch diese Stapelung Auskragungen unterer Geschosse, die im darüberliegenden Geschoss als Balkon genutzt werden können.

Die Fassade besteht vollständig aus Glas um einen Ausblick in alle Richtungen zu ermöglichen. Für mehr Privatsphäre lassen sich direkt vor der Fassade im Inneren Vorhänge anbringen, die nach Wunsch zugezogen werden können.  Bis auf Bäder und öffentliche Toiletten gibt es im Gebäude keine feststehenden verschließbaren Räume, aber es besteht die Möglichkeit, mit flexiblen Trennwänden nach eigenem Bedarf Räume abzutrennen.

Grundriss EG

Grundriss 1. OG

Grundriss 2. OG

Schnitt A

Schnitt B

Ansicht Süd-West

Schwarzplan

Lageplan