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Gast-Prof. Susanne Heiß, Gast-Prof. Christoph Heinemann

Wohnlabor – Weiter Wohnen

Fachgebiet: Zukunftslabor Wohnen
Wohnlabor – Weiter Wohnen Die Transformation von bestehenden Gebäuden und Stadtstrukturen ist eine wesentliche urbane Alltagspraxis. Die Stadt wird als Ganzes bewohnt - das Quartier, die Häuser, Räume werden, Innen wie Außen, entlang bestimmter Bedarfe angeeignet, erweitert, hergerichtet, geschmückt. Die Umbaufähigkeit von Städten und Gebäuden ist ihre wichtigste Eigenschaft, bezogen auf Aspekte der Resilienz, Nachhaltigkeit und Suffizienz. Weshalb also muss diese Qualität und die damit verbundenen Praktiken in unseren gegenwärtigen Diskursen über die Raumproduktion ganz besonders thematisiert und adressiert werden? Sicherlich ist das enorme Wachstum des 20. Jahrhunderts entscheidend für grundlegend veränderte Planungs- und Baupraktiken - insbesondere im Wohnungsbau. Industriegesellschaften bauen in Masse, funktionsgetrennt und seriell. Sie konsumieren Gebrauchsgegenstände, Mobilien, Immobilien, Bauland. Mit der modernen Neubaupraxis sind alte Beziehungen zerstört und Wissen verloren gegangen. Wir wissen oft nicht mehr wie man erfolgreich an- oder umbaut. Wir bewohnen die Stadt nicht mehr als Ganzes und können sie uns nur zu geringen Teilen aneignen. Unsere Planungsinstrumente und Bauweisen sind nicht für die relationalen Prozesse des Umbauens ausgelegt. So müssen wir uns bestimmte Denkweisen und Praktiken erneut erschließen, um die Veränderungen herbeizuführen, die es dringend braucht, seit die Grenzen des Wachstums erreicht sind. Über die Beschäftigung mit urbanen Umbauprozessen in Berlin und Paris, mit den hybriden Gefügen Tokyos und mit aktuellen Projekten, diversen Um-, An- und Ausbauten, Architekturen, die jeweils das Wohnen in den Beständen der Städte erweitern, aktualisieren und neu konfigurieren werden wir die vielfältigen Aspekte der Thematik des Weiterbauens herausarbeiten.