Zirkularität als Entwurfs- und Organisationsprinzip wird im Rahmen des Projekts ‚CircularHUB Wesertor’ als entwerferisches Instrument erprobt und weiterentwickelt. Die Strategien Reduce, Reuse, Recycle gelten als zentrale Instrumente der Kreislaufwirtschaft und werden im Bauwesen zunehmend als Antwort auf Ressourcenknappheit, Klimakrise und steigende Rohstoffpreise diskutiert. In Landschaftsarchitektur und Stadtplanung beschränkt sich ihre Anwendung bislang häufig auf einzelne Materialien oder projektbezogene Maßnahmen. Zirkularität wird dabei vor allem technisch oder ökologisch verstanden – weniger als räumliches, organisatorisches und kulturelles Prinzip. Dabei ist Wiederverwendung nicht allein ein materieller Vorgang. Sie beschreibt einen Prozess der Bedeutungsverschiebung: Materialien, Strukturen und Orte bleiben im Umlauf, erfahren neue Nutzungen, Bewertung und ästhetische Lesart. Diese Transformation betrifft nicht nur Objekte, sondern auch Entwurfshaltungen, Rollenbilder und Planungsprozesse. Zirkularität wird damit zu einer Frage von Maßstab, Organisation und der Zeit. Das Projekt setzt auf dem Umgriff des NHW-Award auf und entwickelt den Standort Wesertor, Kassel zu einem möglicherweise übergreifenden Ort für Kreisläufe in Kassel weiter. Zirkularität wird als Zusammenspiel von Raum, Zeit und Verfahren konzeptualisiert und in konkrete Strukturen, Materialien und Prozesse übersetzt. Im Gegensatz zu linearen Planungslogiken rückt eine prozessuale Perspektive in den Vordergrund, in der Entwurf nicht als abgeschlossenes Produkt, sondern als fortlaufende Transformation verstanden wird. Anknüpfend an Theorien der Bricolage, Assemblage, der Collage bzw. des generellen Stilwandels wird die ästhetische Dimension der Wiederverwendung untersucht. Patina, Fragmentierung und Unvollständigkeit werden dabei nicht als Defizite, sondern als Ausdruck ökologischer und kultureller Prozesse gelesen. Das anspruchsvolle Projekt wird aus landschaftsarchitektonischer Perspektive entwickelt und von Studierenden der Landschaftsarchitektur im Master sowie gestaltungssicheren Bachelor mit ausreichend Entwurfserfahrung erarbeitet.