1 Ausstellungsgestaltung - Nils Büscher
Die Findung der Gestaltung der Ausstellung wurde von allen Studierenden des Projekts mitentwickelt und von einer kleinen Gruppe finalisiert und geplant. Drei Hauptelemente - die Vertikale, die Horizontale und die Textilräume - teilen und lenken die Ausstellung und werden durch den Diskursiven Raum als zentralen Bereich des Austauschs und der Kommunikation ergänzt. Thematisch existieren fünf Hauptbereiche, bei denen den Betrachter:innen selbst überlassen ist, welche Chronologie sie befolgen wollen.

Elemente im Raum – Vertikal
Auch wenn deutlich wurde, dass ein Rundgang existierte und Wege formuliert wurden, konnte man aus diesem Rahmen ausbrechen und der eigenen Neugierde folgen. Das erzeugte Begegnungsräume und Perspektiven. Fixpunkte wie Vorhänge sorgten für Orientierung und Struktur. Sie kreierten ein Erlebnis zwischen Ordnung und Unordnung, das sich bei längerem Verweilen vor Ort entwirrte.
Text: Merlin Woditschka

Elemente im Raum – Horizontal
(…) Durch Exponate und Displays entsteht ein Raum, den man beispielweise als VR-Station oder über am Boden geklebte Grundrisse erleben konnte. (…)
Text: Merlin Woditschka
Du siehst eine Sitzgelegenheit. Du möchtest dich setzen. Die Platten fühlen sich leider nicht so bequem an wie sie aussehen. Es sieht aus wie eine Bank, nur ohne Lehnen. Anhand der Materialien siehst du, dass die Bank selbst – und wahrscheinlich spontan gebaut wurde. Die Bank fügt sich ein. Du siehst den auf der Bank weiterlaufenden abgeklebten Grundriss. Die Bank wird zum Exponat. Jetzt fragst du dich, ob das wirklich eine Bank zum hinsetzen ist. Du schaust dich um. Links. Rechts. Du siehst weitere Besucher:innen auf der Bank sitzen. Du entspannst dich wieder.
Text: Jonas Gabriel

Elemente im Raum – Textilräume
Sowohl horizontal als auch vertikal arbeiten die Textilräume. Drei im Raum hängende Volumen bilden Raum-im-Raum-Situationen. Übergang, Innenraum, und doch hell, offen, Orte zum reflektieren, fokussieren. Die neue Frau und das neue Bauen sind eigene Orte innerhalb der Ausstellung und gleichen sich in ihrer Wirkung. Die Ausnahme bildet das hohe, unter die Decke reichende schmale schwarze Volumen. Andere Farbigkeit, Geräusche. Ein Ort zum Nachdenken, Innehalten. Der 1933er Raum.
Text: Nils Büscher

Elemente im Raum – Gesamt
Ein Kasten, schwarz wie Kohle von außen und ungewohnt gefüllt im Innern. Gewusel über Gewusel, dort ein Bild, hier ein Grundriss, da ein anderes Bild, an einer anderen Stelle, ein Plakat, dort wieder ein Bild, hier Textil. Diese Einladung scheint groß zu sein. Und da direkt rechts beim Ankommen begleitet mich eine lange Linie mit viel zu viel Schrift, aufgesogen von der Holzwand dahinter, die ihre Maserung durchscheinen lassen möchte: Ein Zeitstrahl, der die Geschichte erzählt, die dort die Aufstellung als Produkt Revue passieren lässt. Menschen, die nicht still stehen, sondern den Raum von hier nach dort ergehen, gleiten über den Boden, der sie aufhält. Große Eins-zu-eins-Grundrisse lassen sich auf dem Boden blicken. Man sagt, es gibt vier Wände in einem Raum, doch in Wahrheit sind es sechs.
Text: Marko Demirovic

Themenbereiche und Grundriss
Vor der Kunstuniversität Weite. Plakate an der Wand machen auf die Ausstellung aufmerksam. Eingang? Türen. Tür gefunden. Eintreten? Enge. Geruch, Farbe, Wärme, Töne und Geräusche. Teppich. Text zum lesen. Zeitstrahl. Ein Foto blickt mich an. Tische, Zeichnungen, ein Schrankmodell, Bilder an der Wand, erinnern an die Exponate. Ein getapter Grundriss. Filme flackern, kein Ton. Blick in den Raum. Kleid in der Mitte, Videos, Fotos, und doch Sound. Entfernt, Flugzeuge, Sirenen. Unlokalisierbar. Ein Grundriss, Blumenfenster. 1933er-Raum. Nah, Flugzeuge, Sirenen. Tische, Zeichnungen, Zitate. Weiterer Grundriss. Fünf Bereiche: Ausbildung und Selbstfindung, Die Neue Frau im gesellschaftspolitischen Kontext, Produktive Jahre, Das Neue Bauen im gesellschaftpolitischen Kontext, Diskursiver Raum. Eigener Weg dazwischen finden. Chaos? Ordnung?
Text: Nils Büscher
Die Sitzbank
Der Diskursive Raum wurde durch die Sitzbank in der Mitte des Ausstellungsraums begrenzt, zugleich war die Sitzbank der zentrale Ort zum Niederlassen und Innehalten. Auf der Bank wurde das Archizine ausgestellt, ein Magazin welches im vorhergehenden semester mit Sabine Kienzer und Studierenden erstellt wurde.
Ein Schnelldurchlauf des Archizins ist im Video zu sehen.