Carina Gries Virginia Gau
Kasseler Waben

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- Experiment Kasseler Hafen -
Hexagone, die sich wie ein Teppich über das Kasseler Hafengebiet legen. Von der
Scharnhorststraße bis hin zum Hafenbecken auf die Landzunge, sowie an dem
Gebäude in der Hafenstraße 76 vorbei bis runter zu dem Speicher. Auch auf dem
Wasser im Hafenbecken breiten sich schwimmende Hexagone aus.
Für die Anordnung der Elemente haben wir uns sieben Typologien mit jeweils 2 bis
14 Sechsecken aufgestellt. In diesem System schließen die Heyagone nicht
lückenlos aneinander, um Erschließungen, Belichtung und Freiräume
zugewähleisten. Diese Typologien setzen sich willkürlich aneinander und ergeben
so die Gesamtform. In der ersten Ebene besteht diese aus 615 Hexagonen. In der
zweiten Ebene finden sich 200 Hexagone, die ebenfalls auf die Typologien
basieren. Ein Sechseck ist 3,25 m hoch und hat eine Kantenlänge von 3,65 m und
dadurch eine Fläche von ca. 35 m2.

Um eine Flexibilität und Wandelbarkeit der Gebäudestruktur zu erreichen, sind
Gelenke an den Eckpunkten eingebaut, die es ermöglichen jeweils zwei bis drei
Wände nach innen und außen zu öffnen und zu verstellen. Da auf zusätzliche
Innenwände verzichtet wurde, bieten die beweglichen Wände in unterschiedlichen
Positionen Nischen in denen beispielsweise Badezimmer oder Schlafräume
realisiert werden können. Für größere Räume ist es denkbar eine Wand um 120° an
die nebenstehende umzustellen, sodass diese Seite “verschwindet“. Die Idee ist,
Wände in eine permanente verstellte Position bringen zu können oder diese
Funktion temporär zunutzen. Wände übernehmen damit auch den Zweck einer
Türe, die täglich bewegt werden.
Durch die Verbindung der einzelnen Hexagone können unterschiedlich große
private sowie öffentliche Bereiche entstehen.

Alle Hexagone haben ein mittig platziertes Dachfenster und teilweise zusätzliche
Belichtung durch Fenster an der Seite. Diese Fenster sowie die Türen setzen sich
immer an den Eckpunkt einer Wand, damit sie sich an das Gelenk koppeln.
Die Erschließung zu den Sechsecken in der oberen Ebene erfolgt durch
Treppenhäuser oder für den Fall, dass eine private Wohnung sich über beide
Etagen zieht über eine einfache Leiter. Die Durchwegung passiert durch viele
verzweigte Wege auf direktem Boden, um die Freiflächen nicht zu versiegeln. Mit
einer Außenfassade aus Lärchenholz und einer intensiven Dachbegrünung
kommen wir dem Aspekt der Nachhaltigkeit entgegen. Für die Hexagone, die auf
dem Wasser schwimmen, gibt es eine vertikale Schiene, die an den Eckpunkten
befestigt ist. Sobald das Wasser ansteigt, gehen die Module auf dem Wasser mit
dem Wasserspiegel nach oben und werden somit nicht überflutet.

Die Kasseler Waben bilden ein sozialproduktives-Quartier das sich auf die
Bedürfnisse aller Menschen anpassen kann. Vor allem kann es aber auf die
Wünsche der Bewohner eingehen, die Ihre Raumgefüge individuell einstellen
können.