Initiativ. 

Schule

Leipzig

Entwurf einer Schule für Erwachsenenbildung im Stadtteil Lindenau im Westen Leipzigs

Der Entwurf für die ISL in Leipzig-Lindenau stellt eine Schule dar, in der Menschen einen Abschluss ohne jeglichen Leistungsdruck oder Konkurrenzdenken erlangen können. Die Referenz für diese Schulform ist die SfE (Schule für Erwachsenenbildung), die jungen Erwachsenen die Möglichkeit gibt, auch nach der allgemeinen Schulpflicht einen Abschluss zu erlangen. Die SfE ist eine private Schule, die nicht dem bundesweiten Lehrplan unterliegt, sondern komplett frei und durch die Schüler selbstverwaltend agiert. Das Lernen geschieht in einer zwanglosen Atmosphäre ohne jeglichen druck und auf Prinzip der Eigeninitiative. Sowohl Lehrer als auch Schüler haben in einer Gesamtverwaltung eine Stimme und es wird in der wöchentlichen Versammlung über alle Entscheidungen abgestimmt.

Dieses Projekt verhilft jungen Leuten, die es in einer regulären schule wegen unterschiedlichsten Gründen nicht geschafft haben, Ihren weiteren Lebensweg mit einer abgeschlossenen Schulausbildung zu bestreiten.

Der Entwurf soll den Schüler*innen einen Ort bieten, der nicht versucht, sie in die klassischen hierarchischen Ordnungen zu zwängen. Es soll ein Ort sein, der sich anpassen lässt, um immer die perfekte Atmosphäre für den jeweiligen Unterricht zu schaffen. Da die Schule von Schüler*innen verwaltet wird, ist viel Glas für eine Transparenz wichtig. Das Erdgeschoss ist komplett gläsern und bietet viel freie Flächen für maximale Nutzungsvielfalt, denn das Gebäude soll nicht nur als Schule genutzt werden, sondern auch als Versammlungsstätte für das Stadtgebiet, um Seminare und Kurse in den Räumlichkeiten anzubieten.

Der Entwurf ist ein Holzskelettbau mit einer gerasterten Decke. Die äußere Schale ist in den Obergeschossen eine vor die Deckenbalken gehängte Holzfassade, an die große, 40 cm tiefe Holzlamellen gehängt sind, die mit Alu überzogen sind. Das Erdgeschoss ist komplett verglast, damit man durch das Gebäude in den grünen Innenhof blicken kann. Die Lamellen sind nicht nur zur Verschattung der Lehrräume, sondern spiegeln durch die Aluminiumoberfläche und die Krümmung der Holzlamellen das Licht an die Decke, um durch indirektes Licht einen hellen, mit natürlichen Licht beleuchteten, Innenraum zu erlangen, ohne die Schüler*innen zu blenden.

Die Zentrale Begegnungsstätte des Gebäudes ist die große, mittig gelegene Treppe mit Sitzflächen. Durch Deckenöffnungen bis zum Dach beleuchtet die Mittagssonne die im Erdgeschoss befindliche Treppe. Die Sitzflächen in der Treppe bieten Platz zum Verweilen, aber inszenieren auch ein Theater für Vorträge oder Versammlungen. Die Schulungsräume, die um den Erschließungskern bilden, sind zum Innenraum komplett verglast, um Blickbeziehungen zu erlauben und Leichtigkeit zu generieren.

Die Seminarräume sind alle in der Größe veränderbar und können sich dem Nutzer anpassen. Durch Akustikvorhänge können in den Obergeschossen die Seminarräume immer der Größe des Kurses angepasst werden.

Das Erdgeschoss kommt komplett ohne feste Wände aus und kann durch Akustikvorhänge beliebig gegliedert werden. Sowohl kleine Seminarräume als auch Konzerträume können in dem überhöhten Erdgeschoss abgetrennt werden.

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