Das Hutmacherhaus 

Einführungsprojekt: Handwerkhaus

 

Hessenschanze, Kassel

Lageplan

 

 

 

Narrativ, Hutmacherhaus

Betty Brown stammt aus einer sehr alten und berühmten Hutmacherfamilie in England, der Heimat der Hutproduktion. Diese Frau wuchs in England auf und zog später nach Kassel, Deutschland, wo sie Jonas Müller kennenlernte und heiratete, der ein kleines Hutgeschäft besaß. Betty und Jonas sind Geschäftspartner geworden und wollen ihre Hutmacherei ausbauen. Jonas' Handwerk und Bettys Wunsch, die Familientradition fortzusetzen, gaben ihnen die Motivation, das Geschäft auszubauen. Da das Ehepaar in ruhiger Umgebung, in der Natur, abseits der Massenproduktion arbeiten möchte, kaufen sie ein Grundstück in Kassels grüner Hessenschanze und lassen dort ein Hutmacherhaus bauen. Als das Paar merkt, dass es nicht ausreicht, für zwei Personen zu arbeiten, stellen sie zwei Praktikanten ein, um in ihrem Handwerkshaus zu arbeiten. Lia ist Bettys Nichte und möchte wie ihre Tante die Familientradition fortsetzen. Lena hingegen ist Designstudentin und interessiert sich besonders für das Huthandwerk. Die zwei Mädchen arbeiten Teilzeit im Handwerkhaus, während das Ehepaar auch in diesem Haus wohnt.

 

Piktogramm - Grundprinzipien

 

Das Hutmacherhaus. In diesem Handwerkshaus arbeiten ein Ehepaar und zwei junge Auszubildende. Das Konzept bei der Gestaltung des Gebäudes wurde von den Hutschalungen inspiriert, die in der Hutproduktion verwendet werden. Im Hutmacherhandwerk werden zunächst für jeden Hut ein Negativmuster erstellt und die Hüte nach diesen Mustern hergestellt. Im Gegensatz zu einer Hutform ist bei diesem Entwurf der mittlere Teil des Gebäudes offen und die Seiten sind hoch. Wesentliche Elemente dieses Baukörpers sind das offene Dach und der Innenhof in der Mitte. Der Innenhof ermöglicht den Mitarbeitern nicht nur den Kontakt mit der Natur, sondern bietet auch einen komfortableren Arbeitsplatz, indem alle Teile des Hauses miteinander verbunden werden. Für das Grundprinzip dieses Entwurfs wurden die Bewegungen kreisförmiger Formen untersucht und angewendet. In dem Grundrisse des Erd- und Obergeschosses befinden sich zwei separate Kreiszentren. Die Wände aller Räume, die Treppen und sogar die Designmöbel wurden nach den Linien angeordnet, die durch die Kreiszentren verlaufen.

Während das gesamte Erdgeschoss die Werkstatt ist, besteht das Obergeschoss komplett aus dem Privathause, so dass der Geschäftsumfeld und Privatleben klar getrennt werden können. Die Werkstatt gliedert sich in zwei Hauptbereiche, Produktion und Design. Diese beiden Abschnitte sind durch den Höhenunterschied einer 2-Stufen-Treppe getrennt. Darüber hinaus befinden sich im ersten Stock der Trockenraum, in dem der Trocknungsprozess, der ein wichtiger Teil der Hutproduktion ist, stattfindet, und das Lager. Für den Trocknungsprozess in der Hutproduktion müssen die Hüte in einer sonnenfreien Umgebung getrocknet werden, daher gibt es im Trockenraum und Lager keine Fenster. Die Abteilungen Design und Produktion sind dank der großen Glasöffnungen mit dem Innenhof verbunden. Es gibt im Obergeschoss auch noch ein Panoramafenster mit Blick auf den Innenhof. Alle anderen Fenster des Gebäudes wurden entsprechend den Funktionen der Räume, in Anlehnung an die Linienführung aus der Mitte, gestaltet. Das Obergeschoss ist über eine Außentreppe erreichbar und befindet sich der Eingang zum Haus. Auf dieser Etage befinden sich ein Wohnzimmer mit Küche, ein großes Schlafzimmer für das hier lebende Ehepaar, zwei Gästezimmer für die Auszubildenden bei Bedarf, ein Badezimmer und eine Terrasse.

 

Grundriss Erdgeschoss

Grundriss Obergeschoss

Schnitt AA

Schnitt BB

Ansicht Südwest

Ansicht Nordwest

Ansicht Nordost

Ansicht Südost

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