Suche

Grundschule Berndorf

Vertikal Projekt: WiSe 2025/26
Fachgebiet: Entwerfen und Nachhaltiges Bauen

Beteiligte: Kimberly Fuhrmann, Hannes Meyer, Theresa Kattenbach

Lehrveranstaltung: VerticalStudio Grundschule Berndorf Vertikal Projekt: WiSe 2025/26

Fachgebiet: Entwerfen und Nachhaltiges Bauen

Grundschule Berndorf

Mit diesem Projekt wird aus einem ehemaligen Produktionsort ein Ort des Lernens, der Begegnung und der Gemeinschaft – ein identitätsstiftender Baustein für Berndorf-Twistetal.

Schwarzplan von Berndorf

Das Wilke-Areal bildet den räumlichen Mittelpunkt von Berndorf. Im unmittelbaren Umfeld schließen mehrere Wohngebiete der Stadt Berndorf an, wodurch das Gelände in ein gewachsenes städtisches Gefüge eingebettet ist. Trotz dieser zentralen Lage fehlt dem Bestand bislang eine klare räumliche Einbindung. Die gegenwärtige Situation zeigt ein Areal mit großem Entwicklungspotenzial, das durch Entsiegelung, Begrünung und städtebauliche Neuordnung zu einem integrierten und qualitätsvollen Stadtraum transformiert werden kann.

Im Zuge der Neuordnung wurde das Gebiet gezielt nachverdichtet. Insgesamt ergänzen neun weitere Gebäude das Areal und übernehmen primär die Funktion von Wohnbauten. Durch ihre Setzung nehmen sie die bestehenden Fluchten des Gebiets sowie der umgebenden Bebauung auf und führen diese konsequent weiter. Die neuen Baukörper rahmen das Areal und tragen dazu bei, den Fokus stärker auf die neue Grundschule zu lenken. Anstatt isoliert im Raum zu stehen, wird die Schule durch die ergänzende Bebauung räumlich gefasst und in ein städtebauliches Gefüge eingebunden. Ein besonderer Schwerpunkt der Verdichtung liegt auf dem ehemaligen Parkplatz an der Südseite des Grundstücks, der nun durch die Wohngebäude räumlich neu definiert wird. Ergänzend dazu sorgt ein zusätzliches Wohngebäude an der Nordseite dafür, den Schulhof weiter einzugrenzen und ihm eine klarere räumliche Fassung zu geben. Auf diese Weise entsteht ein ausgewogenes Zusammenspiel aus Wohnen und Bildung.

Lageplan

Es entstehen vielfältig nutzbare Grundflächen, die dem Areal eine neue räumliche Offenheit und Struktur verleihen. Auf der Nordseite des Grundstücks siedelt sich ein klar abgetrennter Schulhof an, der als geschützter Freibereich für den schulischen Alltag dient. Seine Positionierung gewährleistet eine eindeutige Zonierung zwischen öffentlichen und schulischen Nutzungen und stärkt die innere Organisation des Campus. Eine neu geschaffene Wegebeziehung verbindet die Bushaltestelle direkt mit dem Haupteingang der Schule und formuliert eine klare, sichere und intuitive Erschließung für Schülerinnen und Schüler. Die entstehenden Grünflächen sind größtenteils als bespielbare und zugängliche Bereiche konzipiert. Sie dienen nicht nur als Pausen- und Bewegungsräume, sondern fördern auch informelles Lernen und soziale Interaktion im Freien. Ein kleiner Parkplatz am separaten Eingang der Turnhalle ermöglicht darüber hinaus eine unabhängige Nutzung außerhalb des Schulbetriebs. Dadurch wird die Sporthalle für außerschulische Aktivitäten genutzt werden kann, ohne die schulischen Abläufe zu beeinträchtigen. Insgesamt entsteht ein klar strukturiertes, durchgrüntes und funktional differenziertes Schulareal mit hoher stadträumlicher und sozialer Qualität.

In Berndorf-Twistetal entsteht durch den behutsamen und nachhaltigen Umbau einer stillgelegten Wurstfabrik eine moderne 3,5-zügige Cluster-Grundschule für rund 400 Schülerinnen und Schüler. Das Projekt steht für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem baulichen Bestand und verbindet Bildungsbau mit ressourcenschonender Architektur.

Entwicklungspiktogramm

Grundriss Untergeschoss

Grundriss Mittelgeschoss

Zentrales Leitmotiv des Entwurfs ist der weitestgehende Erhalt der bestehenden Gebäudestruktur. Tragende Bauteile, Konstruktionen und prägende Elemente der ehemaligen Industriearchitektur werden bewusst bewahrt und in das neue Nutzungskonzept integriert. Die Grundschule wird als offener, freundlicher und flexibler Bildungsort konzipiert. Großzügige Lernbereiche, helle Klassenräume und gemeinschaftlich nutzbare Zonen fördern zeitgemäße pädagogische Konzepte. Die robuste Bestandsstruktur ermöglicht dabei flexible Grundrisse und vielfältige Raumangebote.

Grundriss Untergeschoss Ganztag

Grundriss Obergeschoss

Ein besonderer Mehrwert für die Stadt ergibt sich aus den Flächen, die nicht unmittelbar für den Schulbetrieb benötigt werden. Diese Bereiche können für öffentliche oder gemeinschaftliche Nutzungen zur Verfügung gestellt werden – beispielsweise für eine Kindertagesstätte, eine Stadtbibliothek oder ein Veranstaltungszentrum. So entsteht ein lebendiger Bildungs- und Begegnungsort, der über den Schulbetrieb hinaus in das städtische Leben eingebunden ist.

Schnitt A-A

Schnitt B-B

Schnitt C-C

Ansicht Nord

Ansicht West

Innenperspektive Atrium

Innenperspektive Ganztag

Leitdetail

Architektonisch erhält das Gebäude eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade mit Holzschalung. Die natürliche Materialität des Holzes verleiht dem ehemaligen Industriebau eine warme, zeitgemäße Ausstrahlung und unterstützt das nachhaltige Gesamtkonzept. Verspielte Fensteröffnungen mit weinroten Rahmen setzen farbliche Akzente und schaffen einen freundlichen, kindgerechten Ausdruck. Das Dach wird als Gründach ausgebildet und mit einer Photovoltaikanlage kombiniert. Diese Maßnahme verbessert das Mikroklima, trägt zur Regenrückhaltung bei und ermöglicht eine nachhaltige Energiegewinnung. Gemeinsam mit dem ressourcenschonenden Umgang mit dem Bestand entsteht ein zukunftsweisendes Schulgebäude, das ökologische, soziale und städtebauliche Aspekte miteinander vereint.

Modellfotos