GRÜNE TRASSE

 

Lebendiger Freiraum

Straße V Typologien. Atmosphären. Konstruktionen.

 

Untere Königsstraße, Kassel 

Die Untere Königsstraße ist für seine starke Frequentierung und die dadurch bedingte Lautstärke bekannt. Neben der hohen Nutzung durch Fußgänger, wird die Straße von Pkws, Trams und Radfahrern genutzt. Durch das ständige Aufeinandertreffen der verschiedenen Nutzergruppen herrscht vor Ort oftmals das Chaos.  Bei dem Betrachten des Flächenverbrauchs wird deutlich, dass ein Großteil für den Verkehr der Pkws und die Tram wegfällt. Demnach richtet sich der vorliegende Entwurf besonders nach den Bedürfnissen der Fußgänger und öffnet den Raum ausschließlich für diese Nutzergruppe.

So wird automatisch der Lärm reduziert und es können Erholungs- und Aufenthaltsräume geschaffen werden. Durch den Einsatz von wasserdurchlässigen Oberflächenmaterialien kann zudem ein Großteil der Fläche entsiegelt werden. Der Einsatz von Vegetation in verschiedener Form fördert die Biodiversität und besonders Bäume reduzieren die solare Einstrahlung für den Besucher, durch die Schattenbildung dieser. Ein weiteres Ziel besteht darin die Gastronomie in der Unteren Königsstraße zu fördern, indem diese sich innerhalb des Außenbereichs ausbreiten können und beispielsweise Sitzmobiliar aufstellen können.   

Der vorliegende Entwurf soll die zuvor graue und überfüllte Untere Königsstraße attraktiver gestalten. Das Grün soll sich wie eine Trasse durch die Straße ziehen und Aufenthaltsqualität erzeugen. Die eigentliche Trasse, die durch die Untere Königsstraße gebildet wird, ist innerhalb der Ebene der Pflanzen durch die Art Betula jaquemontii gekennzeichnet. Die Querstraßen werden im Gegensatz dazu mit Acer campestre bepflanzt und werden somit deutlich von der eigentlichen Trasse abgegrenzt. Durch den gezielten Einsatz oder das Weglassen der Bäume bilden sich beispielsweise Räume an stark frequentierten Stellen. Innerhalb dieser Räume wird die Leitbaumart Sophora japonica eingesetzt, welche die Aufenthaltsräume für den Besucher kennzeichnen sollen.

 

Pflanzentypologie

Leitbaum:

Sophora japonica

 

Untergeordnete Bäume:

Betula jaquemontii

Acer campestre

Für die Aufenthaltsflächen wurden Sitzelemente aus C 25/30 Beton entwickelt, die mit einer Sitzauflage aus Kebony Holz ausgestattet sind. Das Besondere daran ist die integrierte Bepflanzung, welche als Sichtschutz dient und ein gewisses Maß an Privatsphäre im öffentlichen Raum erzeugt. Durch die Höhenstaffelung der Vegetation, welche aus den Gräsern Calamagrostis arundinacea var. Brachytricha, Deschampsia cespitosa 'Tardiflora' und Miscanthus sinensis 'Gracillimus' zusammengesetzt ist, bildet sich keine starre Abgrenzung zu dem Rest der Fläche, dennoch eine gewisse Abgeschiedenheit. Der Aufbau im Inneren des Betonelements ermöglicht das Wachstum und den Erhalt der Pflanzen, durch geeignetes Substrat. Durch Abflusslöcher am Boden kann überschüssiges Wasser ablaufen.

Sarah Beau

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