GOETHEPROMENADE

Ein Grünes Band durch den Vorderen Westen   
Eva Maria Peter

Stadt_Park_Schule
FG Landschaftsarchitektur Entwurf
Ariane Röntz, Anne Mertins, Margarete Arnold
WiSe 2020/21_Bachelor

Goetheanlage, Aschrottpark, Grünanlagen hinter der Heinrich-Schütz-Schule und vor dem  Bundessozialgericht sowie der Druselgrünzug - der Vordere Westen zeichnet sich durch viele große Grünflächen aus. In diesen öffentlichen Freiräumen, zwischen Wilhelmshöher Allee, Friedrich-Ebert-Straße und Bahnschienen, treffen unterschiedliche Nutzungen und Gestaltungsformen aufeinander. Doch eines verbindet diese besonderen Gebiete: die Goethestraße.
Mein Konzept „Goethepromenade“ verwandelt diese Straße zum Hauptschauplatz des Geschehens. Die Promenade fungiert als Verteiler, der die umliegenden Gebiete verbindet, ohne ihnen Raum zu nehmen. Der Fokus liegt nicht mehr auf Parkplätzen und Autoverkehr, jetzt stehen die FußgängerInnen, FahrradfahrerInnen und Nutzergruppen verschiedenster Art im Mittelpunkt - ein starker Kontrast zur parallel laufenden und viel befahrenen Wilhelmshöher Allee.

 

 

 

Kontrast Promenade / Willi-Allee

Drei wichtige Aspekte der Goethepromenade.

Der komplette Erhalt der Bestandsvegetation, bestehend aus
Platanus x acerifolia und Tilia cordata,
ist ein wichtiger Schwerpunkt meines Konzepts. Ergänzt wird die Vegetation durch Baumgruppen aus Acer x freemanii ‘Autumn Blaze‘. Zusammen bilden sie das Grüne Band durch den Vorderen Westen.
Des Weiteren verbindet ein Fahrrad-Schnellweg Kassel Mitte mit dem Vorderen Westen und dem Druselgrünzug. Der Autoverkehr wird eingeschränkt und autofreie Zonen stärken die Verwandlung der Goethestraße in eine Promenade.

 

Um auf die Raumsituationen der knapp 1.4 km langen Goethepromenade zu reagieren, ist sie in vier Teilabschnitte gegliedert. Diese greifen die individuellen Bedürfnisse der angrenzenden Nutzung auf. Jeder Teilabschnitt steht für sich, aber wird durch das Grüne Band zu einer Einheit verbunden. 

1 Graf-Bernadotte-Platz
Sanftes Auslaufen in angrenzende Gebiete.
Beginn-Ende der Promenade.

2 Goetheanlage - Wohnhäuser
Punktuelle Blickbeziehung in die
Goetheanlage.


3 Goethestern
Platzsituation Kreisel.

4 Allee
Fußgänger-und Fahrradzone
mit eingeschränktem Autoverkehr.
Einbahnstraße.

Teilabschnitt 1 Graf-Bernadotte-Platz - Heinrich-Schütz-Schule

Dichte und offene Räume bilden sich unter den Baumkronen. Passanten flanieren über die neue Goethepromenade und für
Schüler bietet sie neue Aufenthaltsmöglichkeiten.

                   Schnittansicht A - A'   M 1:200

Goethepromenade

Bäume schaffen Atmosphäre - dicht - offen 

Teilabschnitt 2 Promenade - Goetheanlage 

Diese autofreie Sequenz bietet viel Raum für Sport und Erholung. Der Fahrrad-Schnellweg dient als Transit und schafft eine schnelle Verbindung für Fahrradfahrer, Skateboarder oder Jogger. Sichtachsen und der topografische Höhenunterschied bieten eine hervorragende Aussicht in die Goetheanlage und laden zum Verweilen ein. 

 

 

Schnittansicht B - B'   M 1:200

Neue Blickbeziehungen - Offenheit

Leuchtend rote Herbstatmosphäre.

Im Herbst verwandelt sich die gesamte
Goethepromenade in ein strahlend rotes Blättermeer. Acer x freemanii 'Autumn Blaze' verzaubert mit seiner leuchtenden Herbstfärbung und lässt die Promenade an grauen Herbsttagen aufleuchten. Das Laub bleibt lange hängen und harmoniert mit dem gelb, orangenen Herbstlaub der Bestandsbäume.

Mobiliar - wiederkehrend und anpassungsfähig.

Das Mobiliar zieht sich wie ein roter Faden durch die Promenade und verbindet die individuellen Teilabschnitte miteinander. In jedem Abschnitt ist es in veränderter Form und Nutzung wiederzufinden. Erkennungsmerkmal ist die Materialität, eine Netzstruktur aus Drahtgeflecht, die Aufenthaltsqualität schafft. Durch das Mobiliar wird die Raumbildung von Aufenthalt und Transit verstärkt.

Individuelle Sitzgruppierungen durch Einzelbestuhlung
vor der Schule möglich. 

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