En Mininature

zwei Einführungsprojekte im Sommersemester 2021

 En Miniature“ dient uns nicht nur als Titel sondern ist durchgängiges Konzept des Einführungsprojektes auf allen Ebenen! Das bedeutet: Das Arbeiten in Gruppen und im gemeinsamen Projektraum wurde soweit „verkleinert“, dass es (so lange pandemiebedingt notwendig) gut am heimischen Schreibtisch möglich war oder uns kleine Gruppen bereits wieder gemeinsame Präsenz gestatten. Formate, Maßstäbe und Materialien werden auf handhabbare Größen reduziert und das Projekt wird in überschaubare, aufeinander aufbauende Arbeitsschritte eingeteilt. Ein Austausch in der Gruppe war weiterhin essentiell - feste 2er bis 3er-Teams bilden dabei die Basis.

„En Miniature“ ist vorallem auch Programm für die Entwurfsorte – klein und kompakt, individuell gewählt, fußläufig schnell zu erreichen. Ein Entwurf ist die räumlich-gestalterische Übersetzung und Verknüpfung vieler Parameter: Funktion und Nutzungsanforderung, Materialwahl und Konstruktion, ökologische Kriterien, adäquate Formensprache, gestalterische und atmosphärische Qualität u.v.m. Mit einer Entwurfslösung nahmen Verfasser*innen eine Haltung zur gestellten Aufgabe ein. Auch oder gerade an kleinen Orten, unseren „Miniaturen“, lässt sich das gesamte Entwurfsrepertoire ausprobieren und überprüfen. Im Kleinen spielen wir solche Entwurfsprozesse durch, schauen uns die benannten Parameter an, betrachten verschiedene Gestaltthemen im Einzelnen und zusammenhängend, üben uns im Erarbeiten von Varianten und dem anschließenden Entscheiden bis hin zum Darstellen und Präsentieren der Entwurfsergebnisse.

Zu sehen sind die Arbeiten in den Schaufenstern der Hafeka in der Gottschalkstraße 26.

FG Landschaftsarchitektur | Technik
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Wigbert Riehl

FG Landschaftsarchitektur | Entwurf
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Ariane Röntz

FG Landschaftsarchitektur | Entwurf
Dipl.-Ing. M.Sc.
Anne Mertins

Studierende:
Lina Besserer, Pia Bonitz, Hanna Eisenhuth, Gloria Hochscheid, Alper Pesen, Luigina Schmidt, Natalie Sperl, Naomi Tschornia, Marie Aweh, Piet Behrens, Kai Büssenschütt, Rosa Goldmann, Elena Herzen, Enrica Hüsing, Greta Pasler, Hanna Wissemann, Paula Wissemann, Jara Bego-Voeva, Leonie Sophie Butterweck, Tobias Damm, Bjarne Eiser, Franziska Itter, Sophie Kreutz, Philipp Schäfer, Christina Vaupel, Lars Durm, Natalia Filimonov, Finn Hartl, Kenneth Klein, Chiara Kordubel, Ivan Lekic, Mona Rippel, Maike Rohleder, Rukan Tükenmez, Anna Weihsleder, Lea Werkmeister
 
Tutor*innen:
Eva Peter, Laura Siebken, Jonas Kramer, Bastian ten Haaf, Lucas Baumann, Mareike Günther, Felix Dalisdas
 

1_IM GROSSEN

Zu Beginn wurden sich „die Großen“ angeschaut. Eine große Bandbreite an europäischen Parkanlagen. Durch die Recherche und Analyse dieser Parks wird sich ein erstes Repertoire an möglichen Parkstrukturen, ihrer räumlich-atmosphärischen Wirkung und ihrer Einbindung in den jeweils individuellen Kontext bilden.

• 1789 Englischer Garten, München (Friedrich Ludwig von Sckell)
• 1913 Schillerpark, Berlin (Friedrich Bauer)
• 1986 Parque del Clot, Barcelona (Daniel Freixes, Vincente Miranda)
• 1992 Parc André-Citroën, Paris (Gilles Clément, Alain Provost)
• 1998 Parc de la Villette, Paris (Bernard Tschumi)
• 2005 Riemer Park, München (Latitude Nord)
• 2006 Westpark, Bochum (skt umbaukultur, Danielzik + Leuchter LA)
• 2016 Lohsepark, Hamburg (Vogt LA)
• 2018 Baaken-Park, Hamburg (Atelier Loidl)
• 2019 Buga, Heilbronn (sinai LA)

MiroBoard // Auszug Analyse Westpark Bochum

2_TESTLAUF

Die ersten Kenntnisse der letzten Aufgabe sollten nun gezielt an einem Modell erprobt werden. Dafür wurden zwei Begriffe zugeteilt, welche die atmosphärische Qualität und eine Nutzung für das Modell vorgeben. Folgende atmosphärische Vorbilder wurden in den Gruppen verteilt:
Lichtung, Tunnel, Kathedrale, Nest, Nische, Bühne, Balkon oder Bude.

Der im Modell erarbeitete Raum sollte sich anschließend für eins der folgenden Nutzungspaare eignen:
aufhalten/entspannen, durchqueren/spazieren, anschauen/beobachten oder spielen/ bewegen.

3_ORTSSUCHE

In den nächsten drei Wochen begaben sich die Studenten*innen auf Ortssuche entlang ihrer alltäglichen Wege. Egal ob durch die Stadt, zum Einkaufen oder beim Spazieren! Ziel dieser Aufgabe war es, durch das Erkunden der Stadt den späteren Entwurfsort(e) zu finden.
Wodurch werden die vorgefundenen Orte räumlich geprägt? Welche Atmosphäre findet man dort vor? Erste Eindrücke sollten durch Skizzen oder Fotos festgehalten werden.

3.1_ANALYSE

An den vorgefundenen Orten sollten nun Analysetechniken kennengelernt und ausgearbeitet werden. Ziel ist es, das Planungsgebiet ausgiebig kennenzulernen und zu verstehen. Um ein grundlegendes Verständis für den Raum zu erzielen, bildeten die Historie, der Kontext, die Nutzung und Vegetation entscheidende Analyseparameter für die Student*innen, die im weiteren Verlauf die Basis für deren individuellen Konzepte und Entwürfe bilden sollen.

3.2_KONZEPTE

Mit der Analyse wurden erste Potenziale und Defizite der Entwurfsorte ausgemacht. Nun ging es darum Nutzungsideen und räumlich-strukturelle, atmosphärische Konzepte für den Entwurfsort zu entwickeln. Hierfür sollten konsequent und kritisch bewertend die aus der Analyse hervorgehenden Potentiale, Defizite und Konflikte in die Überlegungen mit einbezogen werden. Desweiteren sollte eine fiktive Person erschaffen werden, die mit großem Interesse den Entwurfsort besucht — Wie alt ist die Person? Welche Interessen und Ansprüche hat diese Person an den Ort? Wie wird sie den Ort nutzen? Ziel dessen war es, ein sehr präzises und spezifisches Nutzungsprofil zu der Person mit allen relevanten Informationen zu erstellen. Abgeleitet aus dem Nutzungsprofil sollte darauf hin starke räumliche und atmosphärische Konzepte entwickelt werden. Leitende Fragen hierfür waren: Welche Teilräume kann der Ort wo bieten? Welche Nutzungen können darin stattfinden, welche explizit nicht? Wie können diese hergestellt und erlebbar gemacht werden? Wie stehen die Teilräume miteinander und mit der Umgebung in Beziehung?

3.3_ENTWURF

Die Abschlussaufgabe widmete sich bis zum Ende des Semesters dem Entwurf der Orte. Sie schließt damit direkt an die vorhergehenden Teilaufgaben an und soll die Konzepte zu einem atmosphärisch spannenden und räumlich-gestalterisch hochwertigen Entwurf weiter entwickeln. Der Fokus des Entwerfens liegt auf den Parametern Raumgrenze, raumbildende Topografie und Vegetation sowie befestigte Flächen. Ziel des Entwurfes ist nicht das Entwickeln von statischen „perfekten“ Bildern. Vielmehr geht es darum den Pocket-Park als eine zeitliche und/ oder räumliche Abfolge unterschiedlicher Atmosphären und Räume zu begreifen und diese Szenenwechsel zu entwerfen. Der Entwurfsprozess geschieht weiterhin überwiegend „mit Hand“ - parallel wird mit Skizzen, Arbeitsmodellen, Fotocollagen und Zeichnung gearbeitet.

Leinwände

Lina Besserer

KLEINE GÄRTEN

Rosa Goldmann

Dünenspiel

Leonie Sophie Butterweck

Sonnensegel

Lea Werkmeister

Gestrandet

Jara Bego-Voeva

Überdachte Verbindung

Ivan Lekic

× ×