Aline Khalil Documenta Stapelhaus – Dan Perjovschi

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Stapelhaus Documentaturm - Dan Perjovschi

Dan Perjovschi ist am 29. Oktober 1961 in der rumänischen Stadt Sibiu geboren. Mit der Veränderung der politischen Situation im Jahre 1967 in Rumänien, als liberale Ideologien durch eine Autokratie ersetzt wurde, entschließt sich Perjovschi mit seiner Kunst den sozialen Notstand innerhalb der rumänischen Bevölkerung gerecht wiederzugeben und nutzt als Medium genau die Art Zeichen, welche er zuvor zum Verspotten seiner Lehrer nutzte. Er entwirft ein neues Verständnis des Zeitgenössischen in der Gegenwartskunst. Er scheut sich vor nichts und mischt sich gerne in globale gesellschaftspolitische, sowie kulturelle Zustände und Missstände. Mit markanter Bildsprache aus Piktogrammen und Wortspielen fasst er Themen zusammen, die uns im Alltag stark beschäftigen. Sein Kunstwerk ist vielmehr ein Schaufenster seiner Gedanken und nicht unbedingt etwas, das zum Schmücken der eigenen Wohnung gesehen wird. Dabei genügen ihm Edding und eine Wand. Nicht die Präzision in seinen Strichen oder das Material, das er nutzt, sondern seine eigene Meinung und jetzige Sichtweise sollten im Vordergrund sein. Er verleitet dazu, alles immer neu zu sehen. Je nach aktueller Lage können bereits von ihm entwickelte Programme sich wiederholen, so gerät nichts in Vergessenheit und kann tatsächlich eine Veränderung bewirken. In einem totalen Überwachungsstaat aufgewachsen, ist Dan Perjovschi und das ist seine Art Aktivismus. Sie begann 1991 und hält bis heute an. Es ist sein Wunsch, das Elitäre in der Kunst zu unterminieren, indem er seine Kunst in Bescheidenheit ausübt.

Das dargestellte Konzept beruht auf die Denkweise des Künstlers Dan Perjovschi. Ein Künstler der es schafft den Kopf des Betrachters mit seinen Piktogrammen zu durchdringen, er verleitet ihn dazu seine bisherigen Weltansichten unter die Lupe zu nehmen. Durchdringungen sind in diesem Entwurf überall zu erkennen. Nicht nur die Räume durchdringen sich, sondern auch die Raumfunktionen. Jeder einzelne Raum, erfüllt für jeden der Bewohner eine zentrale Aufgabe. Auch die Erschließung richtet sich nach dem „Durchdringungsprinzip“. Eine zentrale Spindeltreppe durchdringt das Gebäude. Da diese Treppenart besonders platzsparend ist, kann sie auch in Raummitte platziert werden. Ein weiterer Grund, der für die Wahl dieser zentralen Treppe spricht ist, dass diese Treppenart von einer Säule durchdrungen wird, und somit das Konzept stärker hervorgehoben wird. Verortet wird dieser Turm in der ruhigen Oberzwehrener Str.. Eine Straße, in der sich die Künstler von dem Tumult der Stadt erholen können. So steht der Kreativität nichts mehr im Weg.