Im Rahmen des Einführungsstudios "Cohabitat - Formen des Zusammenlebens" beschäftigten wir uns mit dem Lebensraum aller Bewohner des Ökosystems Stadt. Neben uns, dem Menschen, gehören dazu auch die Flora und Fauna.

Dabei stellten wir uns folgende Fragen: Wem wird wie viel Raum eingeräumt? Wer hat welche Bedürfnisse? Wo wird gewohnt? Wo gearbeitet? Wo Freunde getroffen? Und was erleben wir dabei?

Zur Bearbeitung stand ein Block an der Erzberger Straße im Schillerviertel in dem Kasseler Stadtteil Nordholland, unweit des Hauptbahnhofs. Aufgabe war es, ein räumliches Konzept für eine geeignete Umnutzung zu entwickeln.

Die Konzeption sollte die Ausblick- und Belichtungssituation der bereits vorhandenen Bebauung berücksichtigen aber gleichzeitig eigene Qualitäten aufweisen. Zum Beispiel sollte vor allem auf die Erdgeschosszone achten und welche Nutzungen dort untergebracht werden können. Weiteres, über das sich Gedanken gemacht werden sollte, ist unter anderem die Freiraumgestaltung und die mögliche Erschließung des Geländes.

Nutzungsdiagramm

Lageplan

Nachdem ein Rahmen des Konzepts stand, sollte am Modell weitergearbeitet werden und die Umgebungsmodelle mit unseren Entwürfen ergänzt werden.

Als Grundlage unserer Formfindung wählten wir ineinander verwobene, fünfeckige Prismen. Diese sind um 80 Grad vertikal gekippt und setzen an zwei bestehende Brandwände an. Die nötige Inspiration holten wir uns aus der Natur, denn die Bauweise soll an eine Kristallform erinnern.

Grundriss EG

Grundriss OG

In dem zur Verfügung gestellten Bebauungsgebiet befinden sich zwei Brandwände, an denen die zwei Gebäuderiegel anschließen. Diese wurden so angeordnet, dass im Norden und zwischen den Riegeln zwei Wegbeziehungen entstehen.

Teile der Fassade und des Außenbereichs werden mit heimischen Pflanzen begrünt und im Freien mit mehreren Wegen erschlossen.

Nordansicht: links Schmetterlingshaus, rechts Tropenhaus

Westansicht von der Erzbergerstraße (Tropenhaus mit Baumwipfelpfad)

Die beiden Gebäudetypen bieten unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten und Klimazonen. Während sich das Gebäude im Westen, das Tropenhaus, mit der Botanik der Tropen auseinandersetzt, beschäftigt sich der Gebäuderiegel im Osten, das Schmetterlingshaus, mit der Artenvielfalt von Schmetterlingen und bietet eine Aquafauna.

Schnitt A-A: links Tropenhaus mit freischwebenden Veranstaltungsraum, rechts Schmetterlingshaus mit Baumwipfelpfad und Aquafauna

Geometrische Transformation eines Blocks

Als Ausgangsobjekt ist ein Block, mit den Maßen 150 x 100 x 15 Meter und einer Tiefe von 20 Metern gegeben. Die Aufgabe bestand darin diesen Block durch Zerteilen, Verschieben, Addieren und Subtrahieren so zu verändern, dass er sämtlichen Lebewesen als Behausung, Aufenthalts- und Begegnungsort dienen kann. Dabei muss der entstandene Baukörper dasselbe Volumen aufweisen wie der Ausgangsblock.