boogie-woogie

Lara Loescher

Das Wohn-Konzept beruht auf dem Prinzip der Addition und Kombination gleicher Bausteine, wodurch abweichende Konfigurationen des gleichen Winkelhauses entstehen.

Durch die verschiedenen Ausführungen werden unterschiedliche Nutzergruppen, beispielsweise eine zweier Konstellation, einer mehrköpfigen WG oder großen Familien, adressiert und so eine soziale Durchmischung und Vernetzung innerhalb des Quartiers gefördert.

In der Winkel-Ecke befindet sich der infrastrukturelle Kern mit Küche, Bad und Erschließung, der in jedem Gebäude identisch ist.

Der Riegel, der den Innenhof von der Straße abschirmt, nimmt die minimal gehaltenen Raumeinheiten als individuelle Rückzugsräume der Bewohner*innen auf.

Je nach Nutzungsgröße reihen sich zwischen 1er und 4 dieser Kleinst-Einheiten aneinander und werden über einen hofseitigen Laubengang erschlossen. Im Obergeschoss wiederholt sich diese Organisation, mit Ausnahme einer dazwischen liegenden Dachterrasse. Dieser private Außenraum schirmt die ergänzenden Wohnräume von dem Rest des Geschehens ab, so dass diese einen anderen Charakter als die Räume im Erdgeschoss erhalten. Bewohner*innen wird damit ermöglicht, die Funktionseinteilung der Räume ihren individuellen Wohnbedürfnissen anzupassen.

Entsprechend der Anzahl dieser Kleinst-Einheiten variiert auch die Länge des Gemeinschaftsraumes in drei Abstufungen.

Um die Siedlungsstruktur zu verdichten und das Gebäude auf zwei Seiten addierbar zu machen, müssen die Nord und West Fassade fast vollständig geschlossen werden. Die Südfassade des Wohnraums und der zu den Privaträumen führende Laubengang werden dafür vollständig verglast und im Erdgeschoss mit Glas-Falt-Wänden ausgestattet so dass eine transparente Übergangszone zwischen Innen- und Außenraum entsteht.

Der Fokus des Wohnens liegt also vollkommen auf dem Innenhof, der von allen anschließenden Einheiten gemeinschaftlich genutzt werden kann. Durch die eingeschobenen Winkel ergibt sich jedoch auf natürliche Weise ein Sichtschutz und eine Zonierung des Außenraums, so dass die offenen Bereiche eine Mischnutzung aus privat und gemeinschaftlich anbieten.

Die Winkelhäuser werden in gleicher Ausrichtung nebeneinander gestellt und straßenseitig erschlossen.

Das Gegenüber bildet eine weitere Zeile dieser Häuser, die diesmal jedoch an der Nord-Süd Achse gespiegelt ist, damit den Hof schließt und einen nach innen gerichteten Block ausbildet.

Durch die Längenänderung kommt es zu Verschiebungen der gegenüberliegenden Häuser: in der Mitte entsteht ein fließender Raum, der die Gebäude samt ihrer Bewohner*innen zu einer Einheit fasst.

Um eine ausreichende Belichtung des Gartenhofes zu gewährleisten wurden die tiefen Gebäudeteile zum Hof hin abgeschrägt.

Da Trauf und Firsthöhe identisch bleiben sollen, entstehen unterschiedliche Dachneigungen, die der Siedlung eine spannende Dynamik verleihen. Daher auch der Arbeitstitel: Boogie Woogie.

Lara Loescher

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Sommersemester 2020

Hybrides Wohnen, urbaner Teppich

Betreut durch Prof. Philipp Oswalt / M.A. Marie Jacobsen

FG Architekturtheorie und Entwerfen

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