Bauaufgabe:

"Seit einigen Jahren bietet die Filmstadt Arendsee Sommer-Camps für Jugendliche an. Dabei wird innerhalb einer Woche ein Film konzipiert, gedreht, geschnitten und schlussendlich vorgeführt. In der Zukunft soll das Programm der Filmstadt auf das ganze Jahr erweitert werden. Die bestehenden Gebäude können jedoch die Anforderungen für einen Ganzjahresbetrieb nicht erfüllen."

Unsere Aufgabe im Entwurfsprojekt „Filmstadt Arendsee“ war die Entwicklung eines Masterplans, die landschaftsarchitektonische Ausformulierung des Campus und der Entwurf der notwendigen Architekturen.

Wichtige Bestandteile des Raumprogramms sind: Ein Kinosaal, zwei Filmstudios, Workshopräume, Teamräume, eine Küche, Essensräume, Büros und Unterkünfte.

 

www.jugendfílmcamp.de

 

 

 

 

 
Konzepterläuterung:
„arendsee365“, der Titel unseres Entwurfs, spielt auf die gewünschte Ganzjährigkeit des Jugendfilmcamps in Arendsee an.
Wir haben es uns zum Ziel gemacht, einen Neuentwurf für das Außengelände und die Architektur zu erarbeiten, der es dem Filmcamp ermöglichen soll, jeden Tag des Jahres genutzt werden zu können.Da das Jugendcamp zwischen Montag und Samstag stattfindet, ist es uns ein wichtiges Anliegen, auch einen großzügigen Freiraum zu schaffen, der einen Rahmen für Veranstaltungen wie etwa Filmfestivals bietet, sich aber auch für externe Ereignisse wie zum Beispiel Geburtstage oder Hochzeiten nutzen lässt.
Die Positionierung der einzelnen Gebäude hat ihren Ursprung in einem möglichst schonenden Umgang mit den Bestandsbäumen auf dem stark bewaldeten Grundstück. Zudem wurden essenzielle Nutzungen auf drei größere Gebäude aufgeteilt. So entstanden die Hauptgebäude Kino, Essen und Studio.
Die verschiedenen Arbeitsräume verteilen auf die drei großen Gebäude, sodass diese stets belebt sind und der Außenraum nicht nur als Transitraum, sondern auch als Kommunikations- und Aufenthaltsort verstanden werden kann. Die Unterkünfte der Teilnehmenden und Mitarbeitenden sind im hinteren Waldbereich positioniert.
Die Aufteilung der Funktionen auf verschiedene Gebäude gegenüber eines zusammenhängenden Gebäudekomplexes den Vorteil,dass der besondere Standort im Wald häufiger wahrgenommen wird.
 
 

 

Erläuterung Lageplan

Zuwegung und Wege:

Wir haben uns dazu entschieden den inneren Bereich, des Grundstücks frei von Autos und Anlieferungsverkehr zu halten. Aus diesem Grund befindet sich, eine Anlieferungsstraße im unteren Bereich des Grundstücks, die zum einem die Möglichkeit bietet die Anlieferung großer Kulissenelemente oder anderen wichtigen Filmequipment an das Studiogebäude anzuliefern. Gleichzeitig bildet diese Anlieferungsstraße den Zugang zu 25 Parkplätzen.

Die Fußwege auf dem gesamten Baugrundstück sind aus eingefärbten Drainbeton. Durch diese Materialwahl ist eine schnelle Versickerung anfallender Niederschläge gesichert, gleichzeitig ist es durch die Material- und Farbwahl möglich einen durchgehenden fugenlosen Weg zu erhalten, welcher sich in durch seine Farbwahl nicht zu sehr aufdrängt und gleichzeitig im Winter gut sichtbar ist.

Eingangssituation :

Direkt im Eingangsbereich haben wir zunächst eine Litfaßsäule positioniert, welche sich thematisch gut in das Konzept einer Filmstadt integriert. Über das Plakatieren der Litfaßsäule kann die Filmstadt Fußgänger aber auch Autofahrer für kommende Veranstaltungen und Angebote informieren und einen ersten Anhaltspunkt bietet sich näher mit der Filmstadt auseinander zu setzen. Im weiteren Verlauf befinden sich Fahrradparker und zwei Sitzbänke.

Eingangssituation - Räumliche Gestaltung :

Im Vorderen Bereich, in dem eine öffentliche Nutzung gewünscht ist, spannt sich ein durch die beiden Wege begleiteter naturnaher Platz auf. Dieser ist bewusst offen gestaltet, um eine freie Auswahl an Nutzungen zu ermöglichen. Dieser Raum wird durch die Bebauung begrenzt, lässt jedoch immer wieder Durchblicke zu und spannt weite Sichtachsen auf. Eingefasst durch zwei Sitzpodeste und die großzügige Holzterrasse des Essensbereichs entsteht so ein einladende Freifläche.

Geländemodelierung:

Ein weiterer konzeptioneller Aspekt ist die Modellierung und Bepflanzung einiger Hügel entlang der Grundstücksgrenze entlang der öffentlichen Straße und der Parkplätze. Die aus den Fundamentgründungen entstehenden Erdmassen können so gleich auf dem Grundstück verwendet werden, und können so direkte Blicke auf die Parkplätze und die Straße mindern.

Weitere Aspekte:

Eine zusätzliche kleine Besonderheit des Entwurfs ist eine Rutsche welche von der Dachterrasse des Studiogebäudes zu erreichen ist. Diese dient zum einen als notwendiger Rettungsweg, kann aber auch vor allem für Besucher oder junge Teilnehmer des Filmcamps eine spannende kleine Attraktion darstellen.

 

 
Umsetzung des Konzepts
Bei „arendsee365“ war es uns wichtig, ein ganzheitliches Konzept zu erstellen und das gesamte Grundstück durch Architektur und Außenraumgestaltung erlebbar zu machen.
Sowohl Rückzugsorte als auch stets öffentlich nutzbare Bereiche werden geschaffen.
Mit unserem Entwurf schaffen wir neue, ganzjährigeAngebote für Bewohner*innen der Stadt, Teilnehmende des Jugendfilmcamps undBesucher*innen am Wochenende.
 

 

× ×