Lehrveranstaltung: Lviv – Neu überdacht
Projekt Master: SoSe 2025
Fachgebiet: Architekturtheorie und Entwerfen
Isometrie
Ansichten, 1:200
Schemagrundriss, o. M.
Schwarzplan, o. M.

_Architekturdenkmal
Für die um einen halböffentlichen Innenhof angelegte ikonenartige Architektur aus dem Jahr 1930 wird eine zweigeschossige moderne Dachaufstockung vorgeschlagen.
Die Form des Baukörpers entwickelt sich in Korrespondenz zu der Bestandsfassade und ihren Giebelwänden. Obwohl der Baukörper in seiner Gestalt zeitgemäß gedacht wird, fügt er sich harmonisch hinter die Bestandsfassade ein und definiert eine weitere Schicht. Bestand und neues Dach fusionieren zu einer zukünftigen Einheit.

_Gemeinschaftlicher Wohnblock – eine Wohnmaschine
Der invertierte Wohnblock wird vom Innenhof aus erschlossen und bildet das Zentrum und Herzstück der Anlage.
Die Erweiterung des Dachraumes ermöglicht eine weitere Wohnform. Maisonettewohnungen sind um zum Innenhof gelegene gemeinschaftliche Nutzungen angeordnet. Diese fungieren wie ein Ring der Gemeinschaft, dessen einzelne Abschnitte in der Idealvorstellung umlaufend miteinander verbunden werden können. Die abschnittsweise Nutzung wird ebenfalls berücksichtigt und durch die Separierung von Türen individuell steuerbar. Die Zonierung zwischen privaten Rückzugsräumen und gesellschaftlichen
Bereichen ist innerhalb der Maisonettewohnungen durch die Gliederung der Geschosse differenziert. Die Gesellschaftsbereiche liegen auf gleicher Ebene der Gemeinschaftsfunktionen und ermöglichen einen fließenden Übergang.

Die Erschließung der Wohnungen funktioniert sowohl über die gemeinschaftliche Ebene als auch über einen privaten Zugang ein Geschoss darüber. Alle Bereiche sind barrierefrei über die Anbindung des Fahrstuhls im Gemeinschaftsring erreichbar.

_Das weiße Dach
In Anlehnung an klassische Dachkonstruktionen wird für die Aufstockung ein Holzbau als Skelettbauweise mit einer
Keramikplattenbekleidung vorgesehen. Die Bestandsfassade wird in einem hellen Farbton einheitlich gestrichen. Damit wird das zuvor Patchwork artige Fassadenbild aufgelöst und ein zusammengefasster Gebäudekörper entsteht. Form und Ornamentik kommen mehr zur Geltung und werden zum Fokus der Gestaltung. In folgender Konsequenz fügt sich das neue Dach ein, um eine zeitgenössische Einheit in Harmonie zu erzeugen. Die hellen Keramikplatten weisen als mineralischer Baustoff eine Verwandtschaft zur verputzten Bestandsfassade auf. Außerdem verfügt die nahezu weiße Dachbekleidung über einen hohen Reflexionsgrad, wodurch die Abstrahlung der Sonnenwärme verringert wird. Die reduzierte Aufheizung führt zu einem geringeren Kühlbedarf in den Sommermonaten. Ein horizontales Fenster- und Fassadenband zieht eine klare Linie zwischen dem Alten und dem Neuen. Im Kontrast referenzieren die quadratischen Lochfenster den Bestand, wodurch der Gebäudekörper zu einem harmonischen Ganzen gefügt wird, bei dem weiterhin die zeitlichen Schichten durchschimmern.

Perspektive von der Stryiska Straße
Drei-Tafel-Projektion, 1:50
Konstruktives Prinzip
Schnitte, 1:200
Grundrisse 1.DG und 2.DG, 1:200
Isometrische Darstellung
Ansichten, 1:200